Ein Blog kostet (hierzulande) keinen Kopf
Geschrieben von rolf am 14. Juli 2010 | Abgelegt unter Buchtipp, Netzkultur, Web 2.0
“Fürwahr, grässlich ist das Los eines Königs, der schon alles kennt, was sich kennen lässt. Hohl wie ein gesprungener Krug klingt ihm, was zu ihm gesprochen wird. Ich wünsche zu staunen und werde gelangweilt, ich begehre das Erschütternde und höre fades Gewäsch, ich fordere Außergewöhnliches, und man bietet mir platte Schmeichelei. Wisset, o weise Männer, dass ich heute meine Possenreißer und Narren wie auch Hausrat und Hofrat samt und sonders habe köpfen lassen. Euch erwartet ein gleiches Los, wenn ihr mein Gebot nicht erfüllt. Jeder erzähle mir die seltsamste Geschichte, die er weiß. Doch wenn mich einer weder lachen noch weinen macht, weder verblüfft noch ängstigt, weder belustigt noch zum Nachdenken zwingt - dann kostet ihn das seinen Kopf.”
(Stanislaw Lem: “König Globares und die Weisen.” In: Robotermärchen, Suhrkamp, 1973)
Hier nicht.
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