{"id":3739,"date":"2019-03-20T09:48:47","date_gmt":"2019-03-20T08:48:47","guid":{"rendered":"http:\/\/mmmblog.de\/?p=3739"},"modified":"2019-03-20T09:48:47","modified_gmt":"2019-03-20T08:48:47","slug":"die-monsanto-kroete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mmmblog.de\/?p=3739","title":{"rendered":"Die Monsanto-Kr\u00f6te"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_3741\" aria-describedby=\"caption-attachment-3741\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/728244_web_R_K_B_by_uschi-dreiucker_pixelio.de_.jpg?resize=400%2C240&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"240\" class=\"size-full wp-image-3741\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/728244_web_R_K_B_by_uschi-dreiucker_pixelio.de_.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/728244_web_R_K_B_by_uschi-dreiucker_pixelio.de_.jpg?resize=300%2C180&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3741\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Uschi Dreiucker\/pixelio.de<\/figcaption><\/figure><strong>Ihr habt es sicher schon in den Nachrichten geh\u00f6rt: Die US-Tochter Monsanto entwickelt sich zur gro\u00dfen Belastung f\u00fcr den Bayer-Konzern. In einem wichtigen Prozess in den USA hat die Jury Monsantos Unkrautvernichter Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat als krebserregend eingestuft. Damit k\u00f6nnten der Konzernmutter Bayer Schadensersatzzahlungen in dreistelliger Millionenh\u00f6he ins Haus stehen.<\/strong><\/p>\n<p>Der Prozess geht jetzt mit derselben Jury in eine zweite Phase, in der die Haftungsfragen gekl\u00e4rt werden sollen. Dabei geht es auch darum, ob Monsanto \u00fcber Risiken hinwegt\u00e4uscht hat und wie hoch der m\u00f6gliche Schadenersatz ausfallen k\u00f6nnte. Sollte Monsanto f\u00fcr haftbar befunden werden, k\u00f6nnte dies Bayer viel Geld kosten. Bayer hingegen ist weiterhin fest davon \u00fcberzeugt, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse best\u00e4tigen, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen. <\/p>\n<p>Bislang sah das Unternehmen deshalb keinen Grund, f\u00fcr Schadenersatzzahlungen Vorsorge zu leisten. Viel Geld kosten die Glyphosat-Klagen aber dennoch schon: Die R\u00fcckstellungen f\u00fcr Rechtsstreitigkeiten stiegen im vergangenen Jahr um rund 660 Millionen Euro. &#8222;Wir stellen hier im Wesentlichen f\u00fcr drei Jahre Verteidigungskosten zur\u00fcck&#8220;, hatte Finanzchef Wolfgang Nickl auf der Bilanzpressekonferenz Ende Februar gesagt. <\/p>\n<p>Die Klagewelle gegen Bayer war so richtig ins Rollen gekommen, nachdem eine Geschworenenjury dem Krebspatienten Dewayne Johnson in einem anderen Verfahren im August 2018 insgesamt 289 Millionen Dollar an Schmerzensgeld und Entsch\u00e4digung zugesprochen hatte. Die Richterin senkte zwar die Strafe gegen den im vergangenen Jahr von Bayer \u00fcbernommenen US-Saatgutkonzern Monsanto sp\u00e4ter auf gut 78 Millionen Dollar, im Grundsatz \u00e4nderte sie am Urteil aber nichts.<\/p>\n<p>Der Bayer-Aktienkurs war nach dem Urteil im August massiv eingebrochen. Anleger und Analysten warfen die Frage auf, ob die Leverkusener die Risiken des rund 55 Milliarden Euro schweren Deals untersch\u00e4tzt h\u00e4tten. Denn Monsanto ist nicht nur umstritten wegen des Herbizids Roundup. Noch ber\u00fchmter ist der US-Konzern f\u00fcr seinen r\u00fcden Umgang mit Landwirten, die sich nicht an die von Monsanto gesetzten Spielregeln in Sachen Saatgut halten. Der Konzern pfuscht wie kein anderer in den Genen von Nutzpflanzen herum, l\u00e4sst sich von seiner PR-Abteilung daf\u00fcr als Held im Kampf gegen den Hunger in der Welt feiern, w\u00e4hrend er tats\u00e4chlich Landwirte gnadenlos mit Patentklagen \u00fcberzieht, wenn diese sich erdreisten, einen Teil der Ernte als Saatgut aufzubewahren, anstatt erneut bei Monsanto zu kaufen.<\/p>\n<p>Kurz: Monsanto ist brutal stark im Gesch\u00e4ft mit Saatgut, hat aber in der Agrochemie wenig vorzuweisen au\u00dfer Glyphosat, dessen Patentschutz allerdings l\u00e4ngst abgelaufen ist. Bayer ist stark in der Agrochemie und schwach dort, wo Monsanto stark ist: beim Saatgut und in Amerika. Kein Wunder, dass Bayer allen Ernstes glaubt, mit dem Erwerb von Monsanto in die Liga der weltweit f\u00fchrenden Unternehmen der Agrarwirtschaft aufgestiegen zu sein. <\/p>\n<p>Fragt sich nur, um welchen Preis. &#8222;Wenn ich Bayer-Aktien h\u00e4tte, ich w\u00fcrde sie sofort verkaufen&#8220;, habe ich schon 2016 geschrieben. Vor allem untersch\u00e4tzen die Leverkusener bei weitem das hundsmiserable Image, das der US-Konzern vor sich hertr\u00e4gt. Sie bilden sich offenbar tats\u00e4chlich ein, es werde nichts davon auf den ach so sch\u00f6nen Lifescience-Konzern in Leverkusen abf\u00e4rben. Doch die j\u00fcngste Prozesswelle zeigt: Die Bayer-Strategen haben sich gr\u00fcndlich versch\u00e4tzt. Denn das aktuelle Verfahren ist erst der Anfang: Bis Ende Januar wurden Monsanto in den USA \u00fcber 10.000 glyphosatbezogene Klagen zugestellt. Am 28. M\u00e4rz soll bereits ein weiterer Prozess bei einem Landgericht im kalifornischen Oakland starten, weitere sollen rasch folgen. Warum sich ein deutsche Chemiekonzern freiwillig und ohne Not hoch verschuldet, um eine der miesesten Kr\u00f6ten der Welt zu schlucken, wird mir immer ein R\u00e4tsel bleiben.<\/p>\n<p>Meinen Kommentar von 2016 &#8222;Bayer reitet der Teufel&#8220; findet Ihr <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kommentar-bayer-reitet-der-teufel\/a-19279587\">hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr habt es sicher schon in den Nachrichten geh\u00f6rt: Die US-Tochter Monsanto entwickelt sich zur gro\u00dfen Belastung f\u00fcr den Bayer-Konzern. In einem wichtigen Prozess in den USA hat die Jury Monsantos Unkrautvernichter Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat als krebserregend eingestuft. Damit k\u00f6nnten der Konzernmutter Bayer Schadensersatzzahlungen in dreistelliger Millionenh\u00f6he ins Haus stehen. 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