{"id":3761,"date":"2019-05-25T12:32:03","date_gmt":"2019-05-25T10:32:03","guid":{"rendered":"http:\/\/mmmblog.de\/?p=3761"},"modified":"2019-05-25T12:32:03","modified_gmt":"2019-05-25T10:32:03","slug":"no-deal-brexit-so-nah-wie-nie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mmmblog.de\/?p=3761","title":{"rendered":"No-Deal-Brexit so nah wie nie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nachdem die britische Premierministerin Theresa May ihren R\u00fccktritt angek\u00fcndigt hat, drohen im Vereinigten K\u00f6nigreich Hardliner an die Macht zu kommen, die einen ungeregelten Austritt riskieren. Dieser harte No-Deal-Brexit w\u00fcrde der britischen Wirtschaft schaden, sondern die Einheit des K\u00f6nigreichs bedrohen, warnen die Experten des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in K\u00f6ln. Die Gefahren f\u00fcr die deutsche Wirtschaft halten sie dagegen f\u00fcr &#8222;\u00fcberschaubar&#8220;.<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die Sch\u00e4den, die dem UK durch den harten Brexit drohen, nehmen die Hardliner in h\u00f6chst fahrl\u00e4ssiger Weise in Kauf&#8220;, sagt IW-Brexitexperte J\u00fcrgen Matthes. Theresa May sei gescheitert. Das sei aber nicht ihre Schuld, sondern l\u00e4ge vielmehr am mangelnden Einigungswillen des britischen Parlaments. Jetzt w\u00fcrden &#8222;Randl\u00f6sungen&#8220;, wie Matthes sie nennt, immer wahrscheinlicher: Am deutlichsten zeichne sich\u00a0ein harter No-Deal-Brexit ab. Allerdings sei auch ein neues Brexit-Referendum denkbar, das den Schaden eines ungeregelten Brexits abwenden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Wahl zum Europ\u00e4ischen Parlament hat den Abgang von May sehr viel fr\u00fcher als erwartet eingel\u00e4utet. Das liege vor allem an der neuen Brexitpartei von Hardliner Nigel Farage, der damit auch zu einer innenpolitischen Bedrohung f\u00fcr die Konservativen Tories geworden sei. Boris Johnson habe gute Chancen, als neuer Partei- und Regierungschef gew\u00e4hlt zu werden. Sein Tory-Lager bef\u00fcrwortet schon seit langem einen ungeregelten Austritt, um sich nicht dem vermeintlich knebelnden Austrittsvertrag mit der EU unterwerfen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>IW-Experte Matthes geht davon aus, dass ein No-Deal-Brexit die britische Wirtschaft kurzfristig in eine Rezession st\u00fcrzen und die Arbeitslosigkeit deutlich erh\u00f6hen k\u00f6nnte \u2013 so wie auch schon die Bank of England im November 2018 gewarnt hat. Durch einen ungeregelten Austritt werde die Unsicherheit in der Wirtschaft rapide zunehmen, lange Staus an den Grenzen f\u00fchrten zu Versorgungsengp\u00e4ssen. &#8222;L\u00e4ngerfristig schaden neue Z\u00f6lle, andere Handelsbarrieren und eine stark eingeschr\u00e4nkte Zuwanderung aus der EU dem Vereinigten K\u00f6nigreich&#8220;, so Matthes. &#8222;Das f\u00fchrt dazu, dass viele britische Unternehmen aus den europ\u00e4ischen Wertsch\u00f6pfungsketten herausgeschnitten werden.&#8220; Die britische Regierung f\u00fcrchtet im Fall eines No-Deal-Brexit, dass die Wirtschaftsleistung langfristig zum bis zu zehn Prozent geringer ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Matthes sieht sogar die Einheit des Vereinigten K\u00f6nigreichs ist in Gefahr. Schottland hat gegen den EU-Austritt gestimmt und will allenfalls einen weichen Brexit. Nun k\u00f6nnte es zu einem neuen Unabh\u00e4ngigkeitsreferendum von London kommen, die schottischen Nationalisten warteten nur auf eine solche Vorlage, so Matthes. Ungemach droht auch in Nordirland: Ein harter Brexit bedeutet eine harte Grenze auf der irischen Insel und damit eine ernste Gefahr f\u00fcr den fragilen Frieden. Ein ungeregelter Austritt k\u00f6nnte den Bef\u00fcrwortern einer Wiedervereinigung mit der Republik Irland starken Auftrieb geben. <\/p>\n<p>F\u00fcr die deutsche Wirtschaft w\u00fcrde es im Fall eines No-Deal-Brexit zweifellos auch unruhiger werden, allerdings w\u00fcrden die \u00f6konomischen Sch\u00e4den deutlich geringer ausfallen als im UK. &#8222;Viele Unternehmen haben ihre Notfallpl\u00e4ne l\u00e4ngst in der Schublade&#8220;, sagt J\u00fcrgen Matthes. Zudem seien deutsche Exporteure findig, neue Absatzm\u00e4rkte zu finden \u2013 Horrorszenarien seien deshalb nicht angebracht. Eine Studie des IWH in Halle f\u00fcrchtet einen Verlust bis zu 100.000 Stellen bei einem harten Brexit. Das ist f\u00fcr die Betroffenen sicherlich problematisch. Doch entspricht diese Zahl nur 0,25 Prozent der insgesamt rund 45 Millionen Erwerbst\u00e4tigen in Deutschland. Im vergangenen Jahr ist gleichzeitig die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen um 1,3 Prozent gestiegen \u2013 die deutsche Wirtschaft muss sich also nicht zu sehr vor einem harten Brexit f\u00fcrchten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die britische Premierministerin Theresa May ihren R\u00fccktritt angek\u00fcndigt hat, drohen im Vereinigten K\u00f6nigreich Hardliner an die Macht zu kommen, die einen ungeregelten Austritt riskieren. Dieser harte No-Deal-Brexit w\u00fcrde der britischen Wirtschaft schaden, sondern die Einheit des K\u00f6nigreichs bedrohen, warnen die Experten des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in K\u00f6ln. 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