{"id":3897,"date":"2020-03-06T11:56:34","date_gmt":"2020-03-06T10:56:34","guid":{"rendered":"http:\/\/mmmblog.de\/?p=3897"},"modified":"2020-03-06T11:56:34","modified_gmt":"2020-03-06T10:56:34","slug":"corona-angst-essen-wohlstand-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mmmblog.de\/?p=3897","title":{"rendered":"Corona: Angst essen Wohlstand auf"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3898\" aria-describedby=\"caption-attachment-3898\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3898\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/323359_web_R_K_by_Angela-Parszyk_pixelio.de_.jpg?resize=400%2C333&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/323359_web_R_K_by_Angela-Parszyk_pixelio.de_.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/323359_web_R_K_by_Angela-Parszyk_pixelio.de_.jpg?resize=300%2C250&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3898\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Angela Parszyk \/ pixelio.de<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eAngst essen Seele auf\u201c hei\u00dft ein Film von Rainer Werner Fassbinder &#8211; Angst essen Wohlstand auf, k\u00f6nnte man in den Zeiten des Coronavius hinzuf\u00fcgen. Denn was richtet mehr Schaden an &#8211; ein Virus, das bald gestoppt wird, oder die Angst davor?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lieferketten in der Industrie stocken, Messen werden abgesagt, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter bef\u00fcrchten gro\u00dfe Einbu\u00dfen. Die Angst vor Ansteckung beeintr\u00e4chtigt das Arbeitsleben. Erste Unternehmen sind gezwungen, ihre Produktionen vor\u00fcbergehend zu reduzieren oder ganz herunterzufahren. Wenn Betriebe ihre G\u00fcter nicht weiter produzieren, st\u00f6rt dies die internationalen Wertsch\u00f6pfungsketten.<\/p>\n<p>Ein solcher Angebotsschock kann einen Dominoeffekt zur Folge haben: Wenn Zulieferungen aus China fehlen, fallen auch die aus anderen L\u00e4ndern und schlie\u00dflich von inl\u00e4ndischen Firmen aus. Au\u00dferdem ist China f\u00fcr deutsche Unternehmen ein wichtiger Kunde. Nachfrageausf\u00e4lle in China und anderen betroffenen L\u00e4ndern belasten die Bilanzen deutscher Firmen. Leidtragend ist somit die gesamte Weltwirtschaft, die laut OECD in diesem Jahr um 0,5 Prozentpunkte weniger wachsen wird &#8211; wenn es gut ausgeht. Wenn nicht, k\u00f6nnte sich das globale Wachstum auf 1,5 Prozent halbieren, warnen Experten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die einen dabei sind, Nudeln, Toilettenpapier und Desinfektionsmittel zu horten, denken andere dar\u00fcber nach, was schlimmer ist: Das Coronavirus oder die Angst davor. \u201eAngst vor Corona ist wie Angst vor Terrorismus\u201c, zitiert das Handelsblatt den israelischen Verhaltensforscher \u00a0<a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/technik\/medizin\/dan-ariely-im-interview-dieser-verhaltensoekonom-erklaert-warum-die-angst-vor-corona-so-gross-ist\/25610254.html\">Dan Ariely.<\/a> \u201eWir m\u00fcssen die Verbindung zur Realit\u00e4t behalten. Die Gefahr ist in unserer Vorstellung viel gr\u00f6\u00dfer, als die Zahlen aktuell vermuten lassen. 2017 sind zum Beispiel 2,5 Millionen Menschen weltweit an den Folgen einer Lungenentz\u00fcndung gestorben. Das ist rational betrachtet ein viel gr\u00f6\u00dferes Problem.\u201c<!--more--><\/p>\n<p>\u00c4hnlich argumentiert der Berliner Risikoforscher Gerd Gigerenzer: \u201eDie Wirtschaft kann enormen Schaden davontragen &#8211; nicht durch das Virus selbst, sondern durch unsere Angst davor.\u201c Er zieht in der <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/das-coronavirus-bedroht-unseren-wohlstand-16659006.html\">Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung<\/a> (FAS) sogar den Vergleich zu den Anschl\u00e4gen vom 11. September 2001: Rein \u00f6konomisch betrachtet, sei nicht der Einsturz des World Trade Center das Problem gewesen, sondern die Reaktion darauf. Allein die Sicherheitsma\u00dfnahmen kosteten rund eine halbe Billion Dollar an Wirtschaftsleistung. Es starben innerhalb eines Jahres Studien zufolge 1600 Menschen zus\u00e4tzlich im Stra\u00dfenverkehr \u2013 weil sie nun Angst vor dem Fliegen hatten und deshalb \u00fcber lange Strecken mit dem Auto fuhren.<\/p>\n<p>Folgt man Gigerenzer, so wurde auch bei fr\u00fcheren Pandemien viel Geld sinnlos vernichtet. Bei Vogelgrippe, Sars oder BSE habe es in Deutschland zwar gro\u00dfe Panik, aber keinen einzigen Toten gegeben. Am Rinderwahn starben in ganz Europa 150 Menschen, \u201eso viele wie am Trinken von parf\u00fcmiertem Lampen\u00f6l\u201c, hei\u00dft es in der FAS.<\/p>\n<p>Trotzdem sind Zeiten wie diese nat\u00fcrlich eine wunderbare Gelegenheit f\u00fcr die Vertreter diverser Wirtschaftsbranchen und -verb\u00e4nde, das gro\u00dfe Klagen anzuheben und von der Regierung frische Pampers zu fordern. Zum Beispiel das K\u00f6lner Institut der deutschen Wirtschaft (IW). \u201eUm einer drohenden Rezession entgegenzuwirken, muss die Politik handeln. Gefragt sind schnelle und unb\u00fcrokratische Ma\u00dfnahmen, die zum einen das Coronavirus eind\u00e4mmen und zum anderen das \u00dcberleben der Unternehmen sichern\u201c, schreiben die IW-\u00d6konomen in einer <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/fileadmin\/user_upload\/Studien\/policy_papers\/PDF\/2020\/IW-Policy-Paper_2020_Corona-Krise.pdf\">heute (06.03.2020) ver\u00f6ffentlichten Studie<\/a>. Sie haben f\u00fcnf Forderungen f\u00fcr die Politik entwickelt:<\/p>\n<p>Zuerst m\u00fcsse das ansonsten \u00a0\u201egenerell gute Gesundheitssystem mit den entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet werden\u201c, um Epidemien rasch eind\u00e4mmen zu k\u00f6nnen. Zweitens m\u00fcssten Unternehmen, die unter dem Corona-Schock besonders leiden, liquide gehalten werden, \u201ebeispielsweise \u00fcber Kredite, die von der Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) zusammen mit den F\u00f6rderbanken der L\u00e4nder organisiert werden\u201c.<\/p>\n<p>Wegen der Corona-Folgen k\u00f6nnten mehr Unternehmen im Euroraum Liquidit\u00e4tshilfen bei Banken nachfragen. Die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) sollte es den Kreditinstituten deshalb erleichtern, sich Geld bei ihr zu leihen, damit die Banken jenen Unternehmen, die unter der Corona-Krise leiden, Kredite gew\u00e4hren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit, die Unternehmen finanziell zu unterst\u00fctzen, sieht das IW in einer Art Steuerstundung. Seit 2008 gilt der sogenannte Investitionsabzugsbetrag, der es Unternehmen erm\u00f6glicht, Abschreibungen zeitlich vorzuverlegen, wodurch sich die Steuerlast des laufenden Jahres reduziert. Der Betrag ist auf 200.000 Euro im Jahr und auf Unternehmen mit einem Betriebsverm\u00f6gen von bis zu 235.000 Euro beschr\u00e4nkt. \u201eEine tempor\u00e4re Anhebung dieser Schwellenwerte w\u00fcrde Betriebe kurzfristig entlasten\u201c, schreiben die Autoren der Studie. \u201cAllerdings\u201c, r\u00e4umen sie ein, \u201ew\u00fcrden davon auch jene Unternehmen profitieren, die keine Liquidit\u00e4tsprobleme haben\u201c.<\/p>\n<p>Stecken Unternehmen in der Krise, sind h\u00e4ufig auch Arbeitspl\u00e4tze bedroht. Ein wirksames Mittel gegen Entlassungen ist die Kurzarbeit. Sie hat sich auch w\u00e4hrend der Finanzmarktkrise 2009 bew\u00e4hrt: Private Haushalte erhalten so Besch\u00e4ftigungs- und Einkommenssicherheit, und damit stabilisiert sich automatisch die Konsumnachfrage. Deshalb fordern die IW-Forscher \u201eeine unb\u00fcrokratische und zeitlich flexible Handhabung der Kurzarbeit\u201c.<\/p>\n<p>Auch Marcel Fratzscher, der Chef des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung in Berlin, fordert ein staatliches Konjunkturprogramm. Und der Konjunkturexperte <a href=\"https:\/\/www.zew.de\/de\/presse\/pressearchiv\/drohende-corona-epidemie-europaeisches-konjunkturpaket-vorbereiten\/\">Friedrich Heinemann vom Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW)<\/a> in Mannheim empfiehlt, europaweit koordiniert eine \u201eumfassende fiskalpolitische Reaktion\u201c vorzubereiten. &#8222;Vorschnelle Forderungen nach Konjunkturpaketen sto\u00dfen unter deutschen \u00d6konomen mit Recht erst einmal auf Skepsis. Zu oft werden tiefer liegende strukturelle Wachstumsschw\u00e4chen als Konjunkturproblem deklariert, nur um weiter Schulden machen zu d\u00fcrfen&#8220; schreibt Heinemann. Aber: &#8222;Beim Corona-Schock liegt der Fall eindeutig anders. Eine Seuche ist ein klassischer tempor\u00e4rer Schock, der die Wirtschaft eine gewisse Zeit beeintr\u00e4chtigt und f\u00fcr Unternehmen in den besonders betroffenen Sektoren zur existenziellen Krise werden kann.&#8220; Als Notma\u00dfnahme schl\u00e4gt er eine vor\u00fcbergehende Absenkung der Mehrwertsteuer vor, um den privaten Konsum zu stabilisieren. Denn die private Nachfrage sei in Deutschland bislang die wichtigste St\u00fctze der ohnehin schon lahmenden Konjunktur gewesen.<\/p>\n<p>Der Chef des M\u00fcnchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, h\u00e4lt dagegen von solchen Forderungen wenig. \u201eWenn die Leute Angst haben, sich anzustecken, dann werden sie auch dann nicht ins Kino gehen, wenn die Eintrittskarte ein bisschen billiger wird.\u201c Au\u00dferdem treffe Corona in Deutschland besonders stark die Angebotsseite: Es drohen Produktionsausf\u00e4lle in deutschen Fabriken, weil asiatische Zulieferer ausfallen. \u201eDagegen helfen staatliche Ausgabenprogramme nicht\u201c, wird Fuest in der FAS zitiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; \u201eAngst essen Seele auf\u201c hei\u00dft ein Film von Rainer Werner Fassbinder &#8211; Angst essen Wohlstand auf, k\u00f6nnte man in den Zeiten des Coronavius hinzuf\u00fcgen. 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Als\u2002Grundlage\u2002f\u00fcr\u2002die\u2002Studie\u2002dienten\u2002die\u2002Wahlergebnisse\u2002und\u2002Nichtw\u00e4hleranteile\u2002der\u2002letzten\u2002Bundestagswahlen\u2002sowie\u2002die\u2002Daten\u2002zum\u2002Infektionsgeschehen\u2002im\u2002vergangenen\u2002Jahr\u2002in\u2002allen\u2002401\u2002deutschen\u2002Kreisen\u2002und\u2002kreisfreien\u2002St\u00e4dten.\u2002Die\u2002Forschungsarbeit\u2002stellt\u2002fest:\u2002Die\u2002durchschnittliche\u2002Infektionsh\u00f6he\u2002in\u2002der\u2002ersten\u2002Pandemiewelle\u2002ist\u2002dort\u2002um\u20022,2\u2002Prozentpunkte\u2002erh\u00f6ht,\u2002wo\u2002das\u2002Wahlergebnis\u2002der\u2002AfD\u2002um\u2002einen\u2002Prozentpunkt\u2002ansteigt. \"Damit\u2002liegt\u2002statistisch\u2002die\u2002Infektionsh\u00f6he\u2002in\u2002einem\u2002Kreis\u2002mit\u200220\u2002Prozent\u2002AfD-Zweitstimmenanteil\u2002circa\u200222\u2002Prozentpunkte\u2002\u00fcber\u2002einem\u2002Kreis\u2002mit\u2002einem\u2002Stimmenanteil\u2002von\u2002lediglich\u200210\u2002Prozent\",\u2002erkl\u00e4rt\u2002der\u2002Soziologe\u2002und\u2002Mitautor\u2002der\u2002Studie,\u2002Christoph\u2002Richter.\u2002Dies\u2002gelte\u2002f\u00fcr\u2002West-\u2002und\u2002Ostdeutschland\u2002gleicherma\u00dfen.\u2002Andere\u2002Erkl\u00e4rungen\u2002schlossen\u2002die\u2002Autoren\u2002aus. Denn\u2002die\u2002Wissenschaftler\u2002vom\u2002Institut\u2002f\u00fcr\u2002Demokratie\u2002und\u2002Zivilgesellschaft\u2002(IDZ)\u2002in\u2002Jena,\u2002die\u2002dem\u2002Forschungsinstitut\u2002Gesellschaftlicher\u2002Zusammenhalt\u2002angeh\u00f6ren,\u2002und\u2002vom\u2002Helmholtz\u2002Zentrum\u2002M\u00fcnchen\u2002zogen\u2002auch\u2002weitere\u2002soziostrukturelle\u2002Variablen\u2002wie\u2002die\u2002wirtschaftliche\u2002Situation,\u2002Mobilit\u00e4t,\u2002Grenzn\u00e4he,\u2002Lebenserwartung\u2002und\u2002Altersstruktur\u2002in\u2002ihre\u2002Untersuchungen\u2002ein.\u2002Jedoch\u2002keiner\u2002dieser\u2002insgesamt\u200248\u2002Faktoren\u2002lieferte\u2002eine\u2002alternative\u2002Erkl\u00e4rung. Steigende\u2002Corona-Zahlen\u2002lie\u00dfen\u2002sich\u2002auch\u2002im\u2002Zusammenhang\u2002mit\u2002rechtsextremen\u2002Kleinstparteien\u2002und\u2002Nichtw\u00e4hler-Anteilen\u2002beobachten.\u2002Ein\u2002\u00e4hnlicher\u2002Effekt\u2002konnte\u2002jedoch\u2002nicht\u2002f\u00fcr\u2002die\u2002anderen\u2002im\u2002Bundestag\u2002vertretenen\u2002Parteien\u2002ausgemacht\u2002werden. Schon\u2002im\u2002Sommer\u2002wies\u2002eine\u2002Studie\u2002der\u2002TU\u2002Dresden\u2002in\u2002eine\u2002\u00e4hnliche\u2002Richtung.\u2002Sie\u2002befasste\u2002sich\u2002mit\u2002der\u2002Pandemie\u2002in\u2002Sachsen.\u2002Ein\u2002besonders\u2002hohes\u2002Ma\u00df\u2002an\u2002Ablehnung\u2002der\u2002Ma\u00dfnahmen\u2002zur\u2002Eind\u00e4mmung\u2002der\u2002Corona-Pandemie\u2002lasse\u2002sich\u2002vor\u2002allem\u2002bei\u2002AfD-Sympathisanten\u2002finden.\u2002Sie\u2002neigten\u2002zudem\u2002\u00fcberdurchschnittlich\u2002oft\u2002dazu,\u2002sich\u2002nicht\u2002impfen\u2002lassen\u2002zu\u2002wollen. Die\u2002Arbeit\u2002der\u2002TU\u2002legte\u2002zudem\u2002offen,\u2002dass\u2002\"pandemieskeptische\u2002Einstellungen\u2002und\u2002ein\u2002Corona-bezogenes\u2002Verschw\u00f6rungsdenken\"\u2002verbreitet\u2002bei\u2002jenen\u2002Personen\u2002sind,\u2002die\u2002mit\u2002der\u2002AfD\u2002sympathisieren.\u2002Auch\u2002die\u2002Jenaer\u2002Wissenschaftler\u2002verwiesen\u2002im\u2002Blick\u2002auf\u2002andere\u2002Forschungsarbeiten\u2002darauf,\u2002dass\u2002rechtspopulistische\u2002und\u2002rechtsextreme\u2002Einstellungen\u2002und\u2002Verschw\u00f6rungsglauben\u2002\"stark\"\u2002miteinander\u2002korrelieren.\u2002Dies\u2002zeige\u2002sich\u2002unter\u2002anderem\u2002in\u2002einer\u2002Skepsis\u2002bis\u2002hin\u2002zur\u2002offenen\u2002Ablehnung\u2002derjenigen\u2002demokratischen\u2002Institutionen,\u2002die\u2002Entscheidungsrelevanz\u2002in\u2002der\u2002Pandemie\u2002bes\u00e4\u00dfen. Das\u2002Feindbild\u2002der\u2002eigenen\u2002Regierung\u2002ist\u2002das\u2002Narrativ,\u2002dessen\u2002sich\u2002auch\u2002die\u2002AfD\u2002bedient.\u2002Die\u2002Forscher\u2002vom\u2002IDZ\u2002bescheinigen\u2002der\u2002Partei\u2002eine\u2002\"beachtliche\u2002inhaltliche\u2002Kehrtwende\"\u2002in\u2002ihrer\u2002Corona-Politik.\u2002Bis\u2002April\u20022020\u2002noch\u2002forderte\u2002sie\u2002Grenzschlie\u00dfungen\u2002und\u2002effektivere\u2002Schutzma\u00dfnahmen.\u2002Es\u2002folgte\u2002der\u2002Ruf\u2002nach\u2002sofortiger\u2002Beendigung\u2002der\u2002Ma\u00dfnahmen.\u2002Die\u2002AfD\u2002zielte\u2002\"auf\u2002die\u2002Delegitimierung\u2002demokratischen\u2002staatlichen\u2002Handelns\u2002und\u2002bef\u00f6rderte\u2002die\u2002in\u2002der\u2002Pandemie\u2002aktualisierten\u2002Anti-Establishment-Haltungen\",\u2002beschreiben\u2002die\u2002Autoren. Ihre\u2002Studie\u2002galt\u2002der\u2002ersten\u2002und\u2002zweiten\u2002Pandemie-Welle.\u2002Ausgehend\u2002von\u2002den\u2002Ergebnissen\u2002sei\u2002anzunehmen,\u2002dass\u2002rechte\u2002Einstellungen\u2002jedoch\u2002auch\u2002bei\u2002der\u2002aktuellen\u2002vierten\u2002Welle\u2002und\u2002einer\u2002mangelnden\u2002Impfbereitschaft\u2002verst\u00e4rkt\u2002auf\u2002die\u2002Pandemie\u2002einwirkten.\u2002Bei\u2002der\u2002Bundestagswahl\u20022021\u2002kam\u2002die\u2002AfD\u2002in\u2002Sachsen\u2002auf\u200224,6\u2002Prozent\u2002der\u2002Zweitstimmen.\u2002In\u2002der\u2002vergangenen\u2002Novemberwoche\u2002\u00fcberschritt\u2002die\u2002Inzidenz\u2002im\u2002Freistaat\u2002die\u2002Tausendermarke.\u2002In\u2002beiden\u2002F\u00e4llen\u2002f\u00fchrt\u2002das\u2002Bundesland\u2002die\u2002Statistik\u2002an. F\u00fchrende\u2002AfD-Vertreter\u2002wie\u2002etwa\u2002die\u2002Fraktionsvorsitzende\u2002Alice\u2002Weidel\u2002br\u00fcsten\u2002sich\u2002geradezu\u2002damit,\u2002nicht\u2002geimpft\u2002zu\u2002sein\u2002und\u2002nutzen\u2002dies\u2002auch\u2002zur\u2002politischen\u2002Instrumentalisierung.\u2002Sie\u2002werde\u2002die\u2002Interessen\u2002der\u2002Ungeimpften\u2002und\u2002derer,\u2002die\u2002sich\u2002diskriminiert\u2002f\u00fchlten,\u2002im\u2002Bundestag\u2002\"bis\u2002zum\u2002Ende\u2002vollumf\u00e4nglich\u2002vertreten\u2002und\u2002sie\u2002verklagen\u2002und\u2002jagen,\u2002bis\u2002es\u2002nicht\u2002mehr\u2002weitergeht\". Als\u2002das\u2002Erzbistum\u2002Berlin\u2002bekanntgab,\u2002dass\u2002f\u00fcr\u2002die\u2002Gottesdienste\u2002in\u2002der\u2002Advents-\u2002und\u2002Weihnachtszeit\u2002weitgehend\u20022G-Auflagen\u2002gelten\u2002sollten,\u2002warf\u2002die\u2002Brandenburger\u2002AfD\u2002der\u2002Kirche\u2002prompt\u2002vor,\u2002sie\u2002diskriminiere\u2002damit\u2002die\u2002Ungeimpften.\u2002An\u2002ihre\u2002Zielgruppe\u2002gewandt\u2002sagte\u2002die\u2002kirchenpolitische\u2002Fraktionssprecherin\u2002Kathleen\u2002Muxel:\u2002\"Wer\u2002an\u2002den\u2002Herrn\u2002glaubt,\u2002sollte\u2002sich\u2002vor\u2002der\u2002Plage\u2002Corona\u2002nicht\u2002\u00e4ngstigen.\"","rel":"","context":"In &quot;Corona&quot;","block_context":{"text":"Corona","link":"https:\/\/mmmblog.de\/?cat=733"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/746932_web_R_B_by_Tim-Reckmann_pixelio.de_.jpg?resize=350%2C200","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":3139,"url":"https:\/\/mmmblog.de\/?p=3139","url_meta":{"origin":3897,"position":3},"title":"Wursthysterie","author":"rolf","date":"30. 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