{"id":3977,"date":"2022-09-28T14:40:07","date_gmt":"2022-09-28T12:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/mmmblog.de\/?p=3977"},"modified":"2022-09-28T14:40:07","modified_gmt":"2022-09-28T12:40:07","slug":"diw-wir-sind-schon-in-der-rezession","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mmmblog.de\/?p=3977","title":{"rendered":"DIW: \u201eWir sind schon in der Rezession\u201c"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3978\" aria-describedby=\"caption-attachment-3978\" style=\"width: 477px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3978\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Barometer_September_2022.png.609631.png?resize=477%2C239&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"477\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Barometer_September_2022.png.609631.png?w=909&amp;ssl=1 909w, https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Barometer_September_2022.png.609631.png?resize=300%2C150&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Barometer_September_2022.png.609631.png?resize=768%2C384&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/mmmblog.de\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Barometer_September_2022.png.609631.png?resize=740%2C370&amp;ssl=1 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 477px) 100vw, 477px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3978\" class=\"wp-caption-text\">Grafik: DIW<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) liegt auch im September deutlich im negativen Bereich: Mit 79,8 Punkten verharrt es weit unter der 100-Punkte-Marke, die f\u00fcr ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft steht. Die Energiekrise, hohe Inflationsraten sowie die sich abk\u00fchlende Weltwirtschaft verursachen heftigen Gegenwind.<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Deutschland steckt in der Rezession und leider ist momentan kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen\u201c, sagt DIW-Konjunkturexperte Guido Baldi. &#8222;Der vom russischen Pr\u00e4sidenten angezettelte Krieg in der Ukraine und seine weitreichenden Folgen d\u00fcrften 2022 und 2023 zu Wachstumsverlusten in Deutschland von grob gesch\u00e4tzt f\u00fcnf Prozent des Bruttoinlandsprodukts f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Die enormen Steigerungen bei den Energiepreisen f\u00fchrten zu dramatischen Kaufkraftverlusten und drohten in vielen Unternehmen die Produktion unrentabel zu machen, schreibt das DIW. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchre der Krieg in der Ukraine in den meisten entwickelten Volkswirtschaften nicht nur zu einer Energiekrise und hohen Inflationsraten, sondern auch zu deutlich geringeren Wachstumsraten oder gar Rezessionen. Die chinesische Wirtschaft wird zudem durch Corona-Lockdowns und die schwelende Immobilienkrise ausgebremst. All dies belastet die exportorientierte deutsche Wirtschaft zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Im Zuge dieser Entwicklung sind die Auftragseing\u00e4nge f\u00fcr die deutsche Industrie aus dem In- und Ausland r\u00fcckl\u00e4ufig. Immerhin scheinen sich die bislang hartn\u00e4ckig haltenden Engp\u00e4sse in den internationalen Lieferketten allm\u00e4hlich zu entspannen, sodass der immer noch hohe Auftragsbestand effizienter abgearbeitet werden kann. Die Energiekrise entwickelt sich allerdings auch f\u00fcr die deutsche Industrie zum Hauptproblem. &#8222;Preissteigerungen f\u00fcr Energie auf der einen und Unsicherheit auf der anderen Seite d\u00e4mpfen die realen Ums\u00e4tze und die Gesch\u00e4ftserwartungen,\u201c sagt Laura Pagenhardt, DIW-Konjunkturexpertin. &#8222;F\u00fcr einige Firmen k\u00f6nnte sich bald die Frage stellen, ob es sich aktuell \u00fcberhaupt noch lohnt, die Produktion aufrechtzuerhalten.\u201c<\/p>\n<p>Auch die Dienstleistungen befinden sich nach einem Zwischenhoch im Fr\u00fchjahr nun im Abschwung. Die hohe Inflation d\u00e4mpft die Kauflust der Haushalte, was sich immer mehr auf die Ums\u00e4tze etwa im Einzelhandel oder im Gastgewerbe auswirkt. Wenigstens brauchen sich die meisten Menschen angesichts des Fachkr\u00e4ftemangels momentan zumindest keine Sorgen um einen Arbeitsplatzverlust zu machen. Die hohe Teuerung f\u00fchrt aber dazu, dass viele Besch\u00e4ftigte inflationsbereinigt mit Lohneinbu\u00dfen konfrontiert sind. Gerade Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen drohen so in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. &#8222;Viele Menschen und Unternehmen blicken trotz der bisher beschlossenen Entlastungspakete der Bundesregierung mit gro\u00dfen Sorgen in die Zukunft. Diese berechtigten \u00c4ngste bremsen die Konsum- und Investitionsneigung zus\u00e4tzlich und drohen die Rezession noch weiter zu versch\u00e4rfen\u201c, sagt Baldi.<\/p>\n<p>Der Branchenverband HDE sieht den Einzelhandel bereits im Dilemma. &#8222;Die Kundinnen und Kunden kaufen weniger oder g\u00fcnstiger ein, gleichzeitig steigen die Energiepreise auch f\u00fcr die Betriebe explosionsartig an&#8220;, sagte HDE-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Genth. &#8222;Die Preissteigerungen einfach so an die Kundendurchzureichen, funktioniert in dieser Lage im harten Wettbewerbnicht.&#8220; Deshalb m\u00fcsse die Bundesregierung ihre Hilfsprogramme f\u00fcr von den Energiekosten \u00fcberforderte Firmen rasch anpassen, damit auch Einzelh\u00e4ndler Unterst\u00fctzung erhalten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Makro\u00f6konomie und Konjunkturforschung (IMK)der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung rechnet f\u00fcr 2023 mit einem Einbruch des privaten Konsums. Die Ausgaben der Haushalte d\u00fcrften wegen der hohen Inflation um 2,5 Prozent sinken und damit so stark wie seit dem Corona-Jahr 2020 nicht mehr. Auch die f\u00fchrenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass Deutschland eine Rezession im Winter nicht verhindern kann. Sie ver\u00f6ffentlichen ihre Gemeinschaftsdiagnose am Donnerstag (29.09.) um 10 Uhr in Berlin. Bereits jetzt ist jedoch durchgesickert, dass die \u00d6konomen ihre Prognose vom Fr\u00fchjahr massiv nach unten korrigiert haben. F\u00fcr dieses Jahr erwarten die Fachleute demnach nur noch ein Wirtschaftswachstum von rund 1,4 Prozent und f\u00fcr 2023 einen R\u00fcckgang des Bruttoinlandsprodukts um etwa 0,4 Prozent.<\/p>\n<p>Die Diagnosen werden zweimal j\u00e4hrlich, jeweils im Fr\u00fchjahr und im Herbst, erstellt. Der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose geh\u00f6ren gegenw\u00e4rtig folgende Wirtschaftsforschungsinstitute an: Das ifo Institut in M\u00fcnchen in Kooperation mit dem \u00d6sterreichischen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (Wifo), Wien, das Kieler Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW Kiel), das Leibniz-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle (IWH), und das Leibniz-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung \u00a0in Essen in Kooperation mit dem Institut f\u00fcr H\u00f6here Studien in Wien. Das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hat seine Mitarbeit an der Gemeinschaftsdiagnose vorl\u00e4ufig ausgesetzt und wird sich vermutlich erst im Herbst 2023 wieder an der gemeinsamen Diagnose beteiligen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) liegt auch im September deutlich im negativen Bereich: Mit 79,8 Punkten verharrt es weit unter der 100-Punkte-Marke, die f\u00fcr ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft steht. 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