Das Gartenbau- und Grünflächenamt des Städtchens Boulogne sur Mer im Norden Frankreichs, im Département Pas-de-Calais, hat sich für den tristen Vorplatz des Rathauses „Godefroy de Bouillon“ etwas einfallen lassen, was eigentlich nicht auf dem Mist städtischer Beamter gewachsen sein kann.
Auf ca. 1.100 Quadratmetern wächst dort auf einer ursprünglich schnöde gepflasterten Fläche ein kleiner Urwald. „Voiture contre Nature“ heißt dieses kleine Experiment, das zeigen soll, wie schnell sich die Natur die Überbleibsel der menschlichen Zivilisation einverleiben kann. Man betritt den Mini-Park durch Doppeltüren, wie sie in Lieferwagen üblich sind. Die Wege sind seltsam elastisch – kein Wunder, sie sind mit zerbröselten Autoreifen ausgelegt worden. Wer sich ausruhen will, kann dies auf Autositzen tun, die auf der Grünfläche herumstehen.
Hier und dort recken sich Auspuff-Anlagen empor, die langsam von der Natur überwuchert werden, ein Pavillon besteht ausschließlich aus zerborstenen Windschutzscheiben. Dazwischen einige Autowracks, aus denen mitunter ganze Bäume wachsen: Die Natur siegt, heißt es auf den deutschsprachigen Schildern zu der Ausstellung. Tatsächlich machen sich Gräser und Ranken über Lack und Lenksäulen, Rost und Reifen, Karossen und Kupplungen her. Sonne, Wind und Regen sollen hier ganze Arbeit leisten, um eines zu zeigen: Der Mensch und seine seltsamen Kreationen sind vergänglich. Wie sagte noch der eine Planet zum anderen? „Mir geht’s nicht gut, ich hab‘ die Menschen.“ Darauf der andere: „Mach Dir nichts draus, das geht von alleine weg.“

Anschließend gebratene Jacobsmuscheln und Filet vom Loup de mer auf Sauce Cafe de Paris mit Tomaten-Tagliatelle für elf Euro (Bild links), dazu einen Riesling vom Weingut Nelles. Und zum Schluss einen Teller mit Rohmilchkäsen vom Affineur Waltmann für zehn Euro, zusammen mit einem Spätburgunder vom Weingut Meyer-Näckel aus Dernau.
Das gab’s beim Stand des Restaurants Steinheuers aus Heppingen – Stefan Steinheuer soll laut Gault Millau „einer der weltbesten Köche“ sein. Da ist es fast schon frevelhaft, nichts von ihm probiert zu haben – aber irgendwann muss halt mal Schluss sein. Obwohl die Veranstaltung fast Volksfestcharakter hat, geht es sehr stilvoll zu, die Bierbänke bzw. -tische sind mit weißen Decken versehen, es gibt richtige Messer und Gabeln und Porzellangeschirr, getrunken wird aus richtigen Weingläsern – kein Plastik weit und breit. Wer wissen will, was es sonst noch gab, sollte mal bei
Wow. Was für ein Wahlplakat. Lieber Marc, warst du knülle, als du deiner Provinzwerbe- agentur erlaubt hast, dieses Foto zu drucken? Das ist dermaßen mit Botschaften über- frachtet, dass es schon wieder unfreiwillig komisch wirkt. Botschaft 1: Seht her, ich tue was für die Rentner. Die Oma betet dich von unten an – hat sie sich hingekniet oder bist du auf eine Kiste gestiegen? Botschaft 2: Ich bin ausländerfreundlich, ich drücke sogar einem Neger die Hand. Dumm nur, dass du dem schwarzen Mann nicht in die Augen schaust, sondern lieber auf deinen potentiellen Wähler: Na, wie bin ich? Botschaft 3: Seht her, ich trage Kinder auf dem Arm, also bin ich kinder- und familienfreundlich. Botschaft 4: Das Kind hat einen Laptop unterm Arm und hält dir ein Handy ans Ohr, seht her, ich bin mit allen modernen Kommunikationsmitteln vertraut. Dumm nur, dass sich das Kind nicht die Bohne für dich, den Bürgermeisterkandidaten der Weltstadt Sankt Augustin, interessiert, sondern nur für den Hampelmann hinter der Kamera. Fazit: Gut gemeint, daher „noch mangelhaft, fünf minus“, setzen.
Vor einiger Zeit habe ich berichtet, dass die
Oh weh. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi will sich zum Retter in der Finanzkrise aufschwingen. Anfang Juli ist er Gastgeber des nächsten G8-Gipfels. Sein Vorgänger Romano Prodi hatte dafür die Inselgruppe La Maddalena zwischen Sardinien und Korsika ausgesucht. Aber Berlusconi wäre nicht Berlusconi, wenn er nicht viel bombastischere Pläne hätte. Er würde viel lieber mit seinen sechs Kollegen und Frau Merkel auf der MSC Fantasia im Mittelmeer herum schippern. Das ist ein 333,3 m langes Kreuzfahrtschiff, das einer neapolitanischen Reederei gehört und unter panamaischer Flagge fährt. Vielleicht möchte er ja seinen Gästen zeigen, wie sauber Neapel geworden ist?