Die Zukunft bereits verspielt?

Foto: Thommy Weiss / pixelio.de
Foto: Thommy Weiss / pixelio.de
Diesen Verdacht hatte ich schon lange: Deutschland investiert seit Jahren zu wenig in seine Zukunft – es tun sich Milliardenlücken in den Bereichen Infrastruktur und Bildung auf. Das legt eine neue Studie des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung nahe. In einer Pressemitteilung der Münchener Forscher heißt es: „Bei den Investitionen im Allgemeinen und Bildungsausgaben im Speziellen liegt Deutschland deutlich hinter anderen führenden Wirtschaftsnationen. Der Anteil der sozialen Sicherung am Staatsbudget ist in der Bundesrepublik hingegen substantiell höher als im internationalen Vergleich. Europas größte Volkswirtschaft hat dabei sogar die traditionell sehr sozialstaatlich orientierten skandinavischen Länder überholt.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des ifo Instituts im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Der Anteil der investiven Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt gegenwärtig nur noch 2,12 Prozent. Im OECD-Schnitt sind es über drei Prozent. „Der deutsche Staat müsste seine Investitionstätigkeit um mindestens 40 Prozent erhöhen, um den OECD-Durchschnitt zu erreichen. Selbstverständlich kann der bloße Vergleich von Ausgabenquoten keinen Handlungsbedarf begründen, doch sollte die Politik die Trends im Zeitablauf zur Kenntnis nehmen und prüfen, ob Handlungsbedarf besteht“, erklärt Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie. Im besonders wichtigen Bereich „Forschung und Entwicklung” beträgt der Nachholbedarf zum OECD-Durchschnitt sogar 70 Prozent.

„Prüfen sollte die Politik ebenfalls, die Budgetzusammensetzung so zu ändern, dass in Zukunft mehr Mittel für öffentliche Güter und Investitionen aufgewendet werden“, ergänzt Potrafke. „Der Finanzierungsspielraum für Mehrausgaben in diesen Bereichen kann durch eine Verringerung des Transfervolumens geschaffen werden. Auf Steuererhöhungen oder Neuverschuldung braucht nicht zurückgegriffen zu werden.“
Die vollständige Studie mit zahlreichen Grafiken findet man hier.

Orgie im Kurpark

Wenn Essen der Sex des Alters ist, dann hat am zweiten Sonntag im August in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine ziemlich große Orgie stattgefunden – am hellichten Tag,
und das auch noch im Freien!

Mächtig Betrieb im Kurpark
Mächtig Betrieb im Kurpark

Sieben Nobelrestaurants hatten im Kurpark von Bad Neuenahr ihre mobilen Küchen aufgebaut, die Restaurants boten im Schnitt sieben verschiedene Gerichte an, die Teilnehmer der Orgie hatten also die Auswahl zwischen rund 50 verschiedenen Leckereien. Was es damit auf sich hat, habe ich vor zwei Jahren mal beschrieben.

Kleine Vorspeise
Kleine Vorspeise

Am Stand der Rungis express GmbH, des Lieferanten für die Spitzengastronomie, konnte man drei verschiedene Sorten Austern erstehen, dazu passte ein Riesling vom Weingut H.J. Kreuzberg.

Das sind Scampi und Jakobsmuscheln mit Kokos-Limonensauce auf Bandnudeln aus Metzlers Restaurant.

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Variationen von der Ente mit Feigen und Linsensalat, Steinheuers Restaurant.

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Frische Tagliatelle mit Sommertrüffel und Wildkräutern aus dem Haus Vieux Sinzig.

Das sind Scheiben aus der Rinderschulter, 48 Stunden gegart, mit Spätburgunder-Schalotten-Jus. Dazu passte ein Spätburgunder aus dem Weingut Nelles.

Tartar vom Taschenkrebs mit Avocado und Limone aus Steinheuers Sternerestaurant in Heppingen.

Das ist ein Filet vom Rothirsch aus dem Jagdhaus Rech.

Eine kleine Käseauswahl von Bauern aus der Region.

Die mobile Küche des Restaurants Vieux Sinzig
Die mobile Küche des Restaurants Vieux Sinzig
Hochbetrieb im Jagdhaus Rech
Hochbetrieb im Jagdhaus Rech
Auch in Metzlers Küche sitzt jeder Handgriff
Auch in Metzlers Küche sitzt jeder Handgriff
Gut gelaunt: Das Personal der Golfclub Gastronomie am Köhlerhof
Gut gelaunt: Das Personal der Golfclub Gastronomie am Köhlerhof
Auch in Steinheuers Küche arbeiten die Profis Hand in Hand
Auch in Steinheuers Küche arbeiten die Profis Hand in Hand

MP3 – Das Ende einer Ära

Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Der weltweite de-facto-Standard für komprimierte Musikdateien, von Forschern des Fraunhofer Instituts erfunden, hat ausgedient. Damit geht eine Ära der Musikgeschichte zu Ende.

In einer Mitteilung des Fraunhofer-Instituts heißt es nüchtern: „Am 23. April 2017, mit dem Ablauf einiger mp3-Patente, wurde das Lizenzprogramm von Technicolor und dem Fraunhofer IIS beendet. Wir danken allen Lizenznehmern für die gute Zusammenarbeit in den vergangen zwei Jahrzehnten. Sie haben dazu beigetragen, mp3 zum weltweiten de-facto-Standard für Audiocodierung zu machen.“ Was Fraunhofer damit sagen will: mp3 ist tot, der Audiostandard hat ausgedient. Und damit geht eine deutsche Erfolgsstory zu Ende.

Die Entwicklung von mp3 begann in den späten 80er Jahren am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), basierend auf Forschungsergebnissen der Universität Erlangen-Nürnberg. Auch wenn es heute effizientere Audio-Kompressionsverfahren gibt, der Fachmann spricht von Audiocodecs, ist mp3 nach wie vor sehr beliebt bei den Usern. Heutige Medien wie Streaming, Fernsehen oder Radio nutzen jedoch modernere Techniken. Diese bieten erweiterte Einstellungsmöglichkeiten und eine bessere Audioqualität bei viel geringeren Bitraten im Vergleich zum mp3-Format.

„Ein kulturelles Phänomen“

„mp3 ist mehr als eine Technologie, mp3 ist ein kulturelles Phänomen. Und mp3 ist ein Beispiel für erfolgreiche Forschung, Entwicklung und Vermarktung in Deutschland“, sagt der Elektroingenieur Heinz Gerhäuser, der als der Erfinder des mp3-Formates gilt. „mp3 hat die Art, wie wir Musik kaufen und hören, verändert. Heute tragen wir unsere gesamte Musiksammlung auf Musikspielern, die nicht größer sind als eine Streichholzschachtel mit uns spazieren. Lieder im mp3-Format spielen immer und überall, kein Gerät, das mp3 nicht unterstützt. Wir kaufen Musik online über das Internet und nicht mehr im Kaufhaus.“ Sehr zum Ärger der etablierten Musikindustrie, muss man hier ergänzen.

mp3 komprimiert und speichert Musik. Im Vergleich zum Original benötigt eine mp3-Datei nur rund zehn Prozent des Speicherplatzes. So kann Musik schnell über das Internet übertragen und auf mp3-Playern gespeichert werden. Ein moderner mp3-Player speichert je nach Speichergröße zwischen 2000 und 200.000 Minuten Musik, das sind über 130 Tage ununterbrochene Musikwiedergabe. Man könnte also mit dem Auto gut vier Monate lang gemütlich von Alaska bis Feuerland gondeln, ohne ein einziges Musikstück zweimal hören zu müssen.

Die Vögel im Garten sind weg

Wie das Kompressionsverfahren funktioniert, hat Gerhäuser Mitte der 90er Jahre in einem Interview der Deutschen Welle so erklärt: „Stellen Sie sich vor, Sie liegen im Liegestuhl im Garten und hören die Vögel zwitschern. Plötzlich stellt der Nachbar den Rasenmäher an. Die Vögel zwitschern immer noch – aber Sie hören sie nicht mehr. Und was das menschliche Ohr nicht mehr wahrnimmt, kann man aus der Geräuschdatei getrost herausrechnen.“

Deutschland gehört, auch dank mp3, zur weltweiten Spitze in der Entwicklung von Audiotechnologien. So wurden Lizenzeinnahmen in Millionenhöhe erwirtschaftet und in neue Forschungsprojekte investiert. Und auch der Staat profitiert über Steuereinnahmen und durch entstandene Arbeitsplätze. Die durch mp3 induzierten Steuereinnahmen summieren sich für Bund und Länder auf jährlich mindestens 300 Millionen Euro. Mindestens 9.000 Arbeitsplätze sind in Deutschland direkt bedingt durch mp3, zum Beispiel im Handel oder bei Herstellern von mp3-Playern.

Vorläufer des viralen Marketings

Nach der Etablierung mp3-Standards durch internationale Normungsgremien hatten viele große Unternehmen der Unterhaltungselektronik kein Interesse an dem Format. Denn einerseits glaubte niemand an den Erfolg der mp3-Technologie, andererseits hatten viele Firmen eigene Formate entwickelt. Die Forscher begannen deshalb selbst mit der Vermarktung und konzentrierten sich auf den Markt der Endverbraucher: Sie setzen das Internet gezielt als Marketingplattform ein und boten kostenpflichtige Software zum Download an. Das führte schnell zur massenhaften Verbreitung von mp3. Dieses „virale Marketing“ war damals alles andere als alltäglich: Das Internet war noch jung und als Vertriebsweg kaum erschlossen.

Die Probleme waren aber damals schon die gleichen wie heute: Eigentlich sollte die mp3- Kompressionssoftware über das Internet verkauft und so Geld verdient werden. Dieses Geschäftsmodell war jedoch schnell zerstört: Ein australischer Student kaufte die Software mit einer geklauten Kreditkartennummer und machte sie anschließend öffentlich verfügbar. Das Software-Geschäft war für Fraunhofer geplatzt. Dafür verbreitete sich die Software wie ein Lauffeuer im Internet. Gleichzeitig begann auch die rasante Verbreitung von Musik im mp3-Format,  häufig jedoch unter Missachtung der Urheberrechte.

In Deutschland unmöglich?

Warum gab es aber keine deutsche Firma, die den-Erfolg eines mp3-Players wie etwa des iPods von Apple hätte vorwegnehmen können? Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, erklärt sich das so: „Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind für die Innovationskraft einer Volkswirtschaft wichtig. Da kleineren Unternehmen aber in der Regel das Geld fehlt, um die Risiken der Produktentwicklung und Markteinführung tragen zu können, sind sie auf spezialisierte Risikokapitalgesellschaften angewiesen – die in Deutschland unterrepräsentiert sind. Daher gelingt es deutschen Unternehmen zu selten, eine Idee zur Marktreife zu bringen.“

Erst als mp3 bereits ein Erfolg war, ist auch Apple auf den fahrenden Zug aufgesprungen und hat sich dank millionenschwerer Marketingbudgets und eines benutzerfreundlichen Produktdesigns zum Marktführer aufgeschwungen. In Deutschland gab und gibt es keine mit Apple vergleichbare Firma, die den Erfolg des US-Computerherstellers hätte vorwegnehmen können. Apple investiert alleine für Werbung pro Jahr mehrere hundert Millionen US-Dollar. Kein deutsches Unternehmen in der Unterhaltungselektronik hätte das leisten können.

Was bedeutet nun das Ende von mp3? Zunächst können Nutzer weiterhin mp3-Dateien anhören oder bearbeiten. Die Experten des Fraunhofer-Instituts raten allerdings dazu, künftig modernere Codes, wie AAC zu verwenden. Die AAC-Dateien sind bei gleicher Qualität rund ein Viertel kleiner als MP3-Dateien. Der iTunes Store von Apple nutzt bereits seit Anfang 2003 das AAC-Format.

(Dieser Artikel erschien zuerst am 16. Mai 2017 bei dw.com/wirtschaft)

 

Drohnen – Fluch oder Segen?

Foto: Reiner Land / pixelio.de
Foto: Reiner Land / pixelio.de

Glaubt man dem IT-Branchenverband Bitkom, dann hat bald jeder Feld-, Wald- und Wiesenfotograf eine Drohne und macht damit spektakuläre Bilder aus der Luft. Fast neun von zehn Drohnenbesitzern oder am Kauf Interessierten möchten ihre Drohne für Fotografie- und Videoaufnahmen von Landschaft und Natur nutzen.

 

58 Prozent wollen gerne Orte, die man sonst nicht zu sehen bekommt, mit ihrer Drohne überfliegen und fotografieren und 44 Prozent würden gerne ihre sportlichen Aktivitäten per Drohnenaufnahme festhalten, zeigt eine Umfrage im Auftrag des Bitkom unter gut 1.000 Bundesbürgern ab 14 Jahren.

Nach Industrie und Profi-Fotografen entdecken nun auch zunehmend die Verbraucher den Reiz von fliegenden Kameras. Luftaufnahmen waren noch nie so günstig und einfach zu bekommen. Laut Bundesverkehrsministerium gibt es derzeit rund 500.000 private Drohnen. Zehn Prozent der Befragten planen laut Umfrage derzeit den Kauf oder haben Interesse am Kauf eines unbemannten Luftfahrzeugs.

Allerdings hält jeder zweite Befragte die Dinger noch für zu teuer, und jeder Vierte sorgt sich vor Überregulierung des Drohneneinsatzes und schreckt deshalb vor einem Kauf zurück. Bei der Nutzung der Drohne gibt es einige Regeln zu beachten. „Grundsätzlich haftet der Führer der Drohne, wenn bei einem Flug Schäden verursacht werden“, schreibt der IT-Verband. „Wer eine Drohne steigen lassen möchte, sollte sich vorab gründlich informieren, ob und unter welchen Bedingungen die Nutzung erlaubt ist.“

Bundeskabinett und Bundesrat haben vor wenigen Wochen für die unbemannten Flugobjekte strengere Vorschriften beschlossen. Die Verordnung enthält unter anderem eine Kennzeichnungspflicht mit einer Plakette mit Namen und Adresse für Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm sowie den „Führerschein“ für größere Drohnen ab zwei Kilogramm Gewicht. Für den Betrieb auf Modellfluggeländen soll kein Führerschein verlangt werden.

Über Industrieanlagen, Menschenansammlungen und über Autobahnen sowie an Flughäfen gilt für Drohnen ein Flugverbot. Die neue Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums kann man hier nachlesen. Und der SWR hat in seinem Wissenschaftsmagazin „Odysso“ dem Thema Drohnen eine ganze Sendung gewidmet – mit zwei Beiträgen von Sophie König.

Keine Zinswende in Sicht

Foto: Jorma Bork / Pixelio.de
Foto: Jorma Bork / Pixelio.de

Entgegen anders lautender Hoffnungen und Vermutungen wird die Europäische Zentralbank in diesem Jahr vermutlich keine Wende in der Geldpolitik einleiten. Zu viele hoch verschuldete Euroländer bekämen dann nämlich Probleme mit ihren exorbitanten Schuldenbergen.

 

 

Ein Mitglied des EZB-­Direktoriums, der Franzose Benoit Coeure, hat in der ersten Aprilwoche 2017 Regierungen, die Finanzbranche und andere Wirtschaftsakteure aufgefordert, sich auf ein Ende der jahrelangen Phase ultraniedriger Zinsen einzustellen. „Es ist offensichtlich, dass der Finanzsektor und andere Wirtschaftsakteure, vor allem Regierungen, sich vorbereiten müssen“, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsgremiums der Europäischen Zentralbank in Paris. „Ich hoffe, dass die Regierungen in der Euro­Zone wissen, dass die Zinsen nicht auf dem aktuellen Niveau bleiben werden.“

Die EZB hält ihre Leitzinsen schon seit vielen Monaten auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem pumpt sie über den Kauf von Anleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Finanzsystem des Währungsraums. Mit den auf 2.280 Milliarden Euro angelegten Käufen will sie Geldhäuser unter anderem dazu anregen, mehr Kredite an die Wirtschaft auszureichen. Das
stützt die Konjunktur und soll so auch die nach dem Geschmack der EZB immer noch zu niedrige Inflation anheizen. „Nur wenn sich die Wirtschaft besser entwickelt als wir jetzt in unseren Schätzungen erwarten, könnten wir erwägen, das Tapering vorzuziehen“, sagte der
Zentralbankchef der Niederlande, Klaas Knot. Unter „Tapering“ wird im Notenbank-­Chinesisch dasZurückfahren der Wertpapierkäufe bis auf Null verstanden.

Nur eine Einzelmeinung?

Doch so wie es aussieht, steht der Franzose Coeure mit seinen Andeutungen, die EZB könne ihre Geldpolitik bald wieder straffen, ziemlich alleine da. So hält EZB­-Chefvolkswirt Peter Praet die ultralockere Geldpolitik weiterhin für angemessen, wie er die spanische Zeitung „Expansion“ wissen ließ. Auch andere Top­-Notenbanker haben für die Beibehaltung des aktuellen geldpolitischen Kurses der Währungshüter plädiert. Continue reading „Keine Zinswende in Sicht“

Flughafen BER bald chinesisch?

Foto: saschay2k / pixelio.de
Foto: saschay2k / pixelio.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

          Fünf mal ist der Eröffnungstermin des Flughafens BER geplatzt, die Kosten haben sich nahezu verdreifacht. Für die Betreiber eindeutig ein Desaster. Nun zeigen aber offenbar Chinesen Interesse. Fluch oder Segen? Ein Bericht meines Freundes Cui Mu.

Am vergangenen Mittwoch (29.März 2017) hat der neue BER-Chef Engelbert Lütke im Berliner Abgeordnetenhaus angekündigt, noch in diesem Sommer einen neuen Termin für die Eröffnung des Hauptstadtflughafens zu nennen. Allerdings wolle er „keinen Schnellschuss abgeben“ und das neue Datum „nicht politisch festlegen“.

Hinter dieser Zurückhaltung könnte ein recht ehrgeiziger, bislang noch geheimer Plan stehen. Eine hochrangige Managerin der chinesischen Handelskammer in Berlin, die jedoch anonym bleiben will, hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen „intensive Gespräche“ mit der Flughafenleitung sowie Regierungsvertretern aus Berlin und Brandenburg geführt. Mit dabei seien auch einige chinesische Unternehmer gewesen.

„Peking baut, Shanghai zahlt, Berlin fliegt!”

In den Gesprächen, so die Handelskammer-Managerin, hätten Investoren aus China „ihr Interesse an BER eindeutig gezeigt“. Konkreter hieß es: eine Baufirma aus Peking wolle die große Baustelle um Schönefeld übernehmen und habe den deutschen Verhandlungspartnern „100-prozentige effizientorientierte Arbeitskultur“ versprochen. Continue reading „Flughafen BER bald chinesisch?“