Ein Kleiner Trost

Das Online-Angebot der Deutschen Welle hat im Februar gut neun Millionen Besucher gehabt, die rund 39 Millionen Seiten abgerufen haben. Unser Newsletter Wirtschaft rangiert mit gut 4.200 Abonnenten auch ganz weit oben. Unseren Wirtschafts-Podcast haben im Februar 24.100 Nutzer abgerufen. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen.

Manager oder auch eine Bande von Moralverbrechern

Blindgänger, Geldvernichter, Chaostruppen – Karriereberater Martin Wehrle packt heiliger Zorn, wenn Klienten aus dem Arbeitsalltag berichten. Seine Diagnose: Durch viele deutsche Firmen wabert der reine Aberwitz. Zum Glück kann man Klapsmühlen-Unternehmen an Warnsignalen erkennen. Sein Artikel bei Spiegel Online wird sicher in vielen deutschen Büros die Runde machen. Seine vier Alarm-Kriterien: Continue reading „Manager oder auch eine Bande von Moralverbrechern“

Hungerkrise

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Die Weltbank hat vor ihrem Hauptquartier in der 18. Straße in Washington eine riesige Videoleinwand installiert, auf der genau abzulesen ist, wann die Zahl der hungernden oder unter Unterernährung leidenden Menschen die Milliarden-Grenze überschreitet: Es dauert nicht mehr lange, jede Minute kommen 68 Menschen hinzu. Weltbank-Präsident Robert Zoellick warnt vor einer neuen Nahrungsmittelkrise, nachzulesen hier .

Den Datenwust geordnet

screenshot002Fernsehen halte ich für assioziatives Gestammel zu bunten Bildern, TV-Junkies erwidern mir dann ganz cool: Ein Bild sagt mehr als 1 000 Worte. Das mag sein, aber auch das TV vermag nicht alles. Das Internet dagegen ermöglicht ganz neue Formen der Berichterstattung, die sich z.B. in Printmedien kaum, im TV nur sehr aufwendig realisieren lassen: Fachleute sprechen vom datengetriebenen Jorurnalismus. Dabei werden komplexe statistische Zusammenhänge und riesige Datenberge in Flash, HTML5, SVG und Processing visualisiert. Ein sehr schönes Beispiel ist die Seite conflicthistory, die so ungefähr alle Kriege und bewaffneten Konflikte von 4.000 vor Christus bis in die Neuzeit auf einer Zeitleiste abbildet und zu jedem eine ausführliche Erklärung liefert. Alles öffentlich zugängliches Material, es muss sich nur einer die Mühe machen, diesen Datenwust zu visualisieren. Leider nur auf englisch, aber sehr informativ.

Barcelonas alte Messe

Blick ins Media Centre Zum ersten mal in meinem Leben habe ich mir die Handymesse in Barcelona angeschaut, die sich Mobile World Congress nennt und die der CeBIT den ganzen Bereich der mobilen Kommunikation abknabbert. 1 300 Aussteller, 60 000 Besucher, kein Hotelbett mehr frei in dieser Zeit. Hier ein Blick ins Pressezentrum, das für 200 Leute ausgelegt und von ca. 600 Journalisten umlagert war. Gut, dass ich Barcelona schon kenne, denn von der Stadt habe ich nichts gesehen. Aber geschrieben. Zum Beispiel über Googles Smartphone-Betriebssystem Android oder die Frage, wie man sich vor Viren, Würmern und Trojanern auf dem Smartphone schützt. Eine Bildergalerie und diverse Audios, auch über den Datenklau bei Smartphones, gibt es natürlich auch.
Die alte Messe in Barcelona wurde 1929 zur Weltausstellung gebaut und platzt aus allen Nähten. Es gibt Gerüchte, dass im nächsten Jahr die Münchener Messe der Ausrichter sein wird. Darüber wird der Veranstalter, die GSMA (Global Standard for Mobile Communication Association, ein Zusammenschluss von ca. 130 Mobilfunk-Betreibern) entscheiden. Egal, wer die nächste Messe ausrichtet – er wird eine Menge an die GSMA löhnen müssen. Andererseits machen Hotels, Gastronomie und Taxifahrer ihren Schnitt. Mein Zimmer hat von Sonntag auf Montag 85 Euro gekostet (da war noch keine Messe), an den nächsten beiden Tagen 222 Euro pro Nacht. Zwischen Bett und Wand waren 30 Zentimeter Abstand – aber dafür war das Bad fast so groß wie das Zimmer.

Der „Global Dependency Explorer“

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Master-Studenten der Universität Amsterdam und der Utrecht Graduate School of Visual Art and Design haben in Sachen data driven journalism ein Mammutprojekt realisiert: Den global dependency explorer. Hier werden die Import- und Exportabhängigkeiten fast aller Länder dieser Erde aufgelistet, zudem kann man die Länder hinsichtlich vieler Kennzahlen vergleichen, z.B. Fläche, Bevölkerungszahl, Durchschnittsalter, Lebenserwartung, Alphabetisierungsrate, Lese- und Schreibverständnis, Arbeitslosenrate, Pro-Kopf-Einkommen etc. Man kann stundenlang mit der Maus über die Staaten fahren und bekommt immer neue Informationen. Einziger Nachteil: Im Internet Explorer oder mit Firefox funktioniert das Ganze nicht, man braucht einen Webkit Browser a la Safari oder Chrome.

Smalltalk beim Dentisten

Alle halbe Jahre fordert mich mein Zahnarzt auf, zum Routinecheck anzutreten. Dann macht er den Zahnstein weg und gut ist. Doch das letzte mal hat er mich beiseite genommen und gefragt, wie es denn mit der Wirtschaft weitergeht, weil er weiß, dass ich in der Wirtschaftsredaktion der Deutschen Welle arbeite. Ich wollte den Mann beruhigen: Wenn es in den USA nicht zu einer Doppelrezession kommt und die Rohstoffpreise nicht explodieren, geht der Aufschwung in moderatem Tempo weiter, sagte ich. Vor allem würde ich mir keine Sorgen um die Inflation machen, denn die Europäische Zentralbank habe ein gut gefülltes Munitionslager, schließlich lägen die Leitzinsen derzeit bei einem Prozent, da sei genug Luft nach oben. Das hat ihn offenbar beruhigt. Er gestand mir, dass ihn einige Anlageberater dringend vor der bevorstehenden Inflation gewarnt hätten – mit entsprechenden Anlageempfehlungen natürlich. Zahnärzte sind bei Anlageberatern offenbar sehr beliebt. Wie gesagt, mein Zahnarzt mit dem vielsagenden Namen Spangenberg wirkte beruhigt, obwohl ich nicht den Eindruck hatte, dass er den Zusammenhang zwischen Leitzinsen und Inflation begriffen hat. Continue reading „Smalltalk beim Dentisten“

Visuelle Erkenntnisse

741_big01> Das Internet ermöglicht ganz neue Formen der Berichterstattung, die sich z.B. in Printmedien kaum, im TV nur sehr aufwendig realisieren lassen: Fachleute sprechen vom datengetriebenen Jorurnalismus. Dabei werden komplexe statistische Zusammenhänge in Flash, HTML5, SVG und Processing visualisiert. Hier ist ein Beispiel von Gregor Aisch über Spenden von Privatleuten und Unternehmen an politische Parteien. Was auf den ersten Blick wie ein unentwirrbares Wollknäuel daherkommt, entpuppt sich beim Darüberfahren mit der Maus als klar gegliederte Geschichte. So erfährt man zum Beispiel, dass die CDU die größten Spenden von ihrer Schwesterpartei CSU bekommen hat, nämlich genau 2.334.526.- Euro. Näheres über datengetriebenen Journalismus erfährt man auch hier oder hier.

Einfach anhören

Grafik: Gerd Altmann/pixelio.de
Grafik: Gerd Altmann/pixelio.de

Opel wird ohne Staatsknete saniert. Toyota muss Millionen Autos zurückrufen. Die Karstadt-Warenhäuser werden gerettet. Die Europäische Union spannt einen riesigen Rettungsschirm über klamme Euro-Länder. Es ist viel passiert in der Wirtschaft des Jahres 2010. Ein akustischer Rückblick statt einer Blogger-Bleiwüste. Übrigens vermutlich der erste und letzte Hörfunk-Beitrag, in dem ich singe. Wann und was – das müsst Ihr selbst rausfinden. Einen guten Rutsch ins Neue Jahr!