Nach 20 Stunden geht nichts mehr

Nicht nur Stromtrassen sind in Gefahr Foto: Christian Beuschel / pixelio.de

Stromausfall durch zerstörte Leitungen, gezielte Sabotage von Internetkabeln in der Ostsee, per Ransomware lahmgelegte Krankenhäuser oder Fabriken: Deutschland ist Ziel von digitalen und klassischen Angriffen, zugleich ist die deutsche Wirtschaft schlecht auf solche hybriden Bedrohungen vorbereitet. Bei einem Internetausfall könnten Unternehmen im Schnitt ihren Geschäftsbetrieb nur 20 Stunden aufrechterhalten, jedes fünfte (21 Prozent) müsste sogar sofort die Arbeit einstellen, zeigt eine repräsentative Umfrage des Digital-Branchenverbandes Bitkom.

Umgekehrt sind nur acht von 100 Unternehmen sicher, länger als 48 Stunden weiterarbeiten zu können. Zugleich rechnen drei Viertel der Unternehmen (74 Prozent) wegen der zunehmenden Spannungen zwischen Russland und der NATO mit einer erhöhten Gefahr hybrider Angriffe, acht von zehn (83 Prozent) erwarten eine ernsthafte Krise in Deutschland in Folge von hybriden Angriffen. Und 53 Prozent gehen sogar von einer militärischen Konfrontation zwischen Russland und der NATO in den kommenden fünf Jahren aus.

Das sind Ergebnisse einer Befragung von 604 Unternehmen ab zehn Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die der Verband im Vorfeld der Münchener Sicherheitskonferenz und der Munich Cyber Security Conference vorgestellt hat. „Anfang Januar mussten nach einem Anschlag mehr als 100.000 Menschen in Berlin bei Minustemperaturen tagelang ohne Strom auskommen, mehr als 2.000 Unternehmen waren betroffen. Hybride Angriffe auf Deutschland, die sich in einer Grauzone zwischen Krieg und Frieden abspielen, sind kein potenzielles Risiko, sie sind Realität. Deshalb müssen wir die Resilienz von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft massiv hochfahren“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Aktuell sagen drei Viertel (73 Prozent) der Unternehmen, Deutschland sei im internationalen Vergleich unzureichend auf hybride Angriffe vorbereitet. Continue reading „Nach 20 Stunden geht nichts mehr“

Erpressersoftware wird mobil

androidDigitale Erpresser attackieren zunehmend mobil, auch in Deutschland. So wurde fast ein Viertel der in Deutschland zwischen April 2015 und März 2016 angegriffenen Android-Nutzer von so genannter Ransomware attackiert. Das entspricht einer Steigerung um das Fünffache im Vergleich zum Zeitraum 2014/2015. Diese Zahlen gehen unter anderem aus einer weltweiten Studie von Kaspersky Lab über die Entwicklung mobiler Ransomware hervor.

Ob PC oder Android, Nutzer haben derzeit besonders stark mit Ransomware zu kämpfen: entweder mit Schadprogrammen, die den Zugang auf einem Opfergerät blockieren, indem der Bildschirm mit einem speziellen Fenster überblendet wird, oder mit Schädlingen, die wichtige Daten verschlüsseln. Eines haben beide gemeinsam: Nach der Sperrung oder Verschlüsselung wird ein Lösegeld zur Freischaltung verlangt.

„Digitale Erpressung hat sich als Erfolgsmodell in der Cybercrime-Szene etabliert“, so Roman Unuchek, Mobile Security Experte bei Kaspersky Lab. „Auf Ransomware für den PC folgten Erpressungsprogramme für mobile Geräte, und anschließend werden wir Ransomware-Arten sehen, die es auf mit dem Internet verbundene Geräte wie Smart-Watches, Smart-TVs, aber auch auf Smart-Home-Systeme und Unterhaltungsanlagen im Auto absehen werden.“

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