In knapp 17 Jahren werden nur noch 81 Millionen Menschen in Deutschland leben. Das liegt vor allem an der sinkenden Zuwanderung, zeigt die neueste Bevölkerungsprognose des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.
Deutschlands Bevölkerung schrumpft bis 2045 um fast drei Prozent von jetzt rund 83,5 auf 81 Millionen. Je nach Entwicklung der Zuwanderung könnte sie im Extremfall sogar auf knapp 77 Millionen fallen. In der vorherigen Prognose aus dem Jahr 2024 war das IW noch von einem moderaten Wachstum bis 2040 ausgegangen. Den neuen Zahlen zufolge werden in Deutschland deutlich weniger Menschen leben als zuvor erwartet. Damit sinkt auch die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 67 Jahren: Bis 2045 wird diese Altersgruppe um rund 8,3 Prozent auf etwa 50 Millionen Menschen schrumpfen. Gleichzeitig steigt die Zahl der über 67-Jährigen von 17 auf 20,4 Millionen.

Seit vielen Jahrzehnten sterben in Deutschland mehr Menschen, als Babys geboren werden. Im Jahr 2025 betrug die Differenz 350.000. Dass die Bevölkerung dennoch lange Zeit nicht geschrumpft ist, lag an der Zuwanderung: Es wanderten mehr Menschen nach Deutschland ein, als das Land verließen. Die Migrationswende der Bundesregierung und die nur mäßig wachsende Fachkräftezuwanderung haben die Lage verändert. 2025 kamen lediglich 250.000 Menschen mehr nach Deutschland als das Land verließen. Die Bevölkerungszahl ging in der Folge um 100.000 Einwohner zurück.
„Arbeitsmarkt und Sozialversicherung könnten viel früher und stärker unter Druck geraten als bislang befürchtet“, sagt IW-Ökonom Philipp Deschermeier. Bei schrumpfender Bevölkerung sinke auch das wirtschaftliche Potenzialwachstum – bei 20 Millionen Rentnern verschärfe das die Krise der Rentenkassen. „Die Politik muss die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte erleichtern, etwa durch schnellere Visaverfahren und eine einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse“, so Deschermeier.
Über den demografischen Wandel schien lange Jahre bereits alles gesagt und geschrieben. Die allgemeine Erwartung in den 2000er Jahren war, dass die Bevölkerung altert und schrumpft. Die Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU im Jahr 2011, die Flüchtlingsmigration der Jahre 2015 und 2016 sowie der wirtschaftliche Aufschwung der 2010er Jahre bewirkten jedoch eine demografische Wende.
Aktuell wandelt sich dieser Ausblick erneut. So überstieg die Anzahl der Sterbefälle im Jahr 2025 die Anzahl der Geburten um etwa 350.000. Die Nettozuwanderung reichte im Vergleich zu den Vorjahren nicht mehr aus, diesen negativen Saldo auszugleichen. Entsprechend sank der Bevölkerungsstand um 100.000 Personen auf 83,5 Millionen. Klammert man das erste Jahr der Pandemie aus, war es der erste Rückgang seit 2010.
Der demografische Druck auf den Arbeitsmarkt wird bis 2045 spürbar zunehmen. Insbesondere der Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften kommt eine hohe Bedeutung zu. Darüber hinaus stellt die Alterung der Gesellschaft das Renten- und Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen. Hinzu kommt ein Mangel an altersgerechtem Wohnraum. So fehlen beispielsweise über 2,5 Millionen altersgerechte Wohnungen in Deutschland.
Soweit die IW-Studie, die man hier herunterladen kann. Ach ja, und dann gibt es ja noch die Populisten, Demagogen, Schreihälse, die die Xenophobie schüren, „Deutschland den Deutschen“ brüllen und mittlerweile offen und ungestraft von Remigration faseln. Mir ist schleierhaft,wie man solche Leute wählen kann – es sei denn, man will sich bewusst selbst ins Knie schießen und das eigene Renten-und Gesundheitssystem mutwillig an die Wand fahren. Deutschland schrumpft, und ohne Zuwanderung werden wir alle ärmer – AfD-Wähler helfen kräftig mit, diese dunklen Zeiten möglichst bald einzuläuten.
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