So so, da hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, der Berliner Zeitung ein Interview gegeben und Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hart angegangen. Was der Kirchenmann in der Berliner Zeitung da über Ackermann und seine früheren Renditevorgaben von 25 Prozent sagt, ist heftig. Das sei „eher eine Form des Götzendienstes“, so Huber, das erinnere ihn „mehr an den Tanz um das Goldene Kalb“. Es sei unübersehbar, dass „Geld zum Gott“ geworden sei. Continue reading „Deutsche Bank reibt sich an der Kirche“
Kategorie: Märkte
Fängt die Krise jetzt erst an?
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Henrik! Schon schlimm, dass wir beide einen Tag vor Deiner Feier genötigt wurden, ein Pro und ein Contra zu schreiben zu der Frage: Fängt die Krise jetzt erst an? Bedingung war: Keiner hat mehr als zwei Minuten Zeit, seine Hörer zu überzeugen. Henrik schreibt:
„Das Schlimmste kommt erst noch. Schon allein deshalb, weil in Deutschland derzeit auch ein Wettbewerb läuft nach dem Motto: Wer will nochmal und hat noch nicht? Bei der Vorhersage der künftigen Konjunkturentwicklung übertreffen sich die sogenannten Experten in Schwarzmalerei. Wer das schlimmste Szenario aufzeigt, dem sind die Schlagzeilen sicher. Am besten immer mit dem Zusatz: Seit dem Zweiten Weltkrieg.
Wenn man sich unter den wirklichen Experten umhört, also den Unternehmern, die sich jeden Tag Gedanken machen müssen um die Zukunft ihrer Firma, dann hört man die ehrlichen Antworten. Wir wissen nicht, was da noch kommt. Oder: Nein, das habe ich so noch nicht erlebt. Das zeigt mir dann: Wir gehen wirklich schweren Zeiten entgegen. Wir zahlen jetzt den Preis für eine Wirtschaftsstruktur, die zu stark auf den Export und zu wenig auf Dienstleistungen und Konsum setzt. Wer jahrelang Exportweltmeister ist, wessen Wohlstand zum überwiegenden Teil darauf basiert, der muss umso mehr leiden, wenn niemand mehr die Produkte „made in germany“ kaufen will.
Wir zahlen jetzt den Preis für so manchen zu hohen Lohnabschluss der letzten Jahre. Schon als die Zeiten noch besser waren, sagten die Unternehmer: Das können wir uns eigentlich nicht leisten. Jetzt aber kommt es zum Schwur. Mal sehen, was die Gewerkschaften sagen, wenn die erste Entlassungswelle anrollt.
Es gibt Leute, die sehen Licht am Ende des Tunnels. Ich sage: Dieses Licht, das sind die Lampen eines entgegen kommenden Zuges. Und da wünsche ich mir dann, wir wären Amerikaner und hätten auch so einen Obama. Die Amerikaner sagen: Da müssen wir was machen. Die Deutschen sagen: Da müssen wir jetzt durch. Deswegen fängt die Krise jetzt erst richtig an.“
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Süßes Gift
Stell Dir vor, die OPEC kürzt die Förderung, und der Ölpreis sinkt trotzdem weiter. Eine gute Nachricht für Autofahrer, Fluggesellschaften, die Industrie, die Haushalte, die im Winter ihre Heizöltanks befüllen müssen, kurz: für die gesamte Wirtschaft. Eine gute Nachricht – oder doch nicht?
Pulver verschossen
Die Fed senkt die Leitzinsen auf eine Spanne zwischen Null und 0,25 Prozent – und die Wall Street hat diese historische Entscheidung zunächst mit einem Kursfeuerwerk honoriert. Doch diese Euphorie könnte schnell einer Ernüchterung, wenn nicht sogar einem erneuten Absturz weichen. Dann nämlich, wenn den amerikanischen Anleger klar wird, weshalb die Fed ihre bisherige Zinspolitik und alle Hemmungen über Bord geworfen hat.
Quo vadis DW?
Der Fall Danhong Zhang scheint ausgestanden, die Kampagne hat sich offensichtlich totgelaufen. Nun macht DW-Intendant Erik Bettermann ein – für Außenstehende – neues Fass auf, wie man es jetzt in der Frankfurter Allgemeinen nachlesen kann. Dazu lägen mir einige Bemerkungen auf der Zunge. Aber ich darf mich aus verständlichen Gründen nicht öffentlich über meinen Arbeitgeber äußern. Ich bin in einer öffentlichen Anstalt. Mein Trost: Ich darf abends nach Hause, ich habe Heimschlafrecht.