Neuer Wahl-Blog

September2009logoIch finde, manchmal kann man auch Werbung für seinen Arbeitgeber machen. Die Deutsche Welle hat einen Blog zur Bundestagswahl eingerichtet. Dort schildern Mitarbeiter aus den verschiedensten Redaktionen (von Amharisch bis Chinesisch) ihre Eindrücke vom Wahlkampf oder Nicht-Wahlkampf in Deutschland. Noch ist die Beteiligung und Kommentierung ähnlich zurückhaltend wie in meinem Blog. Aber das kann sich ja ändern…

Die Natur siegt

polo Das Gartenbau- und Grünflächenamt des Städtchens Boulogne sur Mer im Norden Frankreichs, im Département Pas-de-Calais, hat sich für den tristen Vorplatz des Rathauses „Godefroy de Bouillon“ etwas einfallen lassen, was eigentlich nicht auf dem Mist städtischer Beamter gewachsen sein kann.

ente-300x200 Auf ca. 1.100 Quadratmetern wächst dort auf einer ursprünglich schnöde gepflasterten Fläche ein kleiner Urwald. „Voiture contre Nature“ heißt dieses kleine Experiment, das zeigen soll, wie schnell sich die Natur die Überbleibsel der menschlichen Zivilisation einverleiben kann. Man betritt den Mini-Park durch Doppeltüren, wie sie in Lieferwagen üblich sind. Die Wege sind seltsam elastisch – kein Wunder, sie sind mit zerbröselten Autoreifen ausgelegt worden. Wer sich ausruhen will, kann dies auf Autositzen tun, die auf der Grünfläche herumstehen.

renault-300x200Hier und dort recken sich Auspuff-Anlagen empor, die langsam von der Natur überwuchert werden, ein Pavillon besteht ausschließlich aus zerborstenen Windschutzscheiben. Dazwischen einige Autowracks, aus denen mitunter ganze Bäume wachsen: Die Natur siegt, heißt es auf den deutschsprachigen Schildern zu der Ausstellung. Tatsächlich machen sich Gräser und Ranken über Lack und Lenksäulen, Rost und Reifen, Karossen und Kupplungen her. Sonne, Wind und Regen sollen hier ganze Arbeit leisten, um eines zu zeigen: Der Mensch und seine seltsamen Kreationen sind vergänglich. Wie sagte noch der eine Planet zum anderen? „Mir geht’s nicht gut, ich hab‘ die Menschen.“ Darauf der andere: „Mach Dir nichts draus, das geht von alleine weg.“