Sechs Mal hat stern.de im Verlauf weniger Stunden die Überschrift zu einer Geschichte geringfügig geändert – und sechs Mal erschien die ansonsten völlig unveränderte Geschichte bei Google ganz oben. Das ist bares Geld wert, denn bekanntlich wird nur der angeklickt, der bei Google ganz oben steht, und nur wer viele Klicks generiert, kann sich ein paar Mäuse mit Online-Werbung dazuverdienen. Kein Wunder, dass sich im Google-Zeitalter eine völlig neue Berufsgruppe etabliert hat: Die Search Engine Optimizer oder SEO’s, zu deutsch Suchmaschinenoptimierer. Nicht alle Nachrichtenportale machen diesen Unsinn mit, aber viele. Die freie Journalistin K. Antonia Schäfer hat dazu im DJV-Organ „journalist“ einen klugen Artikel geschrieben. Witzigerweise scheint das Kriterium Schnelligkeit im Online-Journalismus eher hinderlich zu sein. Denn wer mit einer Story zu früh auf dem Markt ist, wird nicht geklickt, weil sich die Geschichte in der Netzgemeinde noch nicht herumgesprochen hat und infolgedessen auch noch nicht gegoogelt wird. Wenn dann der Klicksturm einsetzt, ist die Ursprungsgeschichte womöglich schon weit nach unten gerutscht. Das „republishing“ scheint da erfolgversprechender zu sein. Ich würde mich allerdings verarscht fühlen, wenn ich sechs mal auf eine Nachrichtenseite gelockt werde, nur um festzustellen, dass ich wortwörtlich die gleiche Story aufgetischt bekomme wie vor acht Stunden.
Kategorie: Moneten
Wie das so mit der Wirtschaft läuft
Nämlich genau so:
Eine Verschwörung?

Hier eines der offiziellen Gipfelfotos vom letzten G 20-Treffen in Seoul vom 12. November 2010. Da haben alle Agentur-Fotografen draufgehalten, dieses Bild stammt von Li Xueren von der chinesischen Agentur Xinua. Man kann es ruhig mit anderen Agenturbildern vergleichen: Da ist nichts retuschiert oder manipuliert. Und was fällt auf? US-Präsident Barack Obama steht ganz weit außen. Continue reading „Eine Verschwörung?“
Facebook-Selbstversuch

Das ist nun einige Wochen her, und ich bin etwas enttäuscht. Continue reading „Facebook-Selbstversuch“
Nahrungsmittelspekulation gut erklärt
Teures Ol, teures Saatgut, teurer Dünger und schlechtes Wetter erklären nur einen kleinen Teil der exorbitanten Preissteigerungen. Wer wissen will, was wirklich läuft, sollte siebeneinhalb Minuten in dieses Video investieren:
Hier spricht er, der Wurzelsepp
Hans-Werner Sinn ist Präsident des Münchener Ifo-Instituts und in meinen Augen der Wurzelsepp des Turbo-Kapitalismus. Mit anderen Worten: Besonders symphatisch ist er mir nicht, seine glühenden Plädoyers für die längst überholte Angebotstheorie langweilen mich. Aber bisweilen muss man ihm zustimmen. Jetzt hat er in der Wirtschaftswoche einen Kommentar veröffentlicht: „Die griechische Tragödie“. Ich hätte eine andere Überschrift gewählt: „Bundesknopfleiste hat nichts begriffen und lässt sich von französischem Suppenkasper am Nasenring durch die Manege ziehen“. Klar, viel zu lang. Aber wenn Sinn Sinn macht, dann hier:
American Abwerbung
Wenn ich das richtig verstanden habe, will uns Google auf Youtube Facebook ausreden, oder was?
Der Euro – eine Fehlkonstruktion

Wenn sich ein Produkt als Fehlkonstruktion erweist, nimmt man es vom Band und beseitigt die Konstruktionsmängel. Das geht auch mit der Europäischen Währungsunion.
Continue reading „Der Euro – eine Fehlkonstruktion“
FAZ hatte mal Humor
Ja ja, beim Griechen lässt es sich gut filosofieren…
Facebook-Bubble

Pfingsten ist eine nachrichtenarme Zeit, da kann man ja mal eine Rekordzahl in die Runde werfen – 100 Milliarden Dollar. Damit wäre das soziale Netzwerk an der Börse höher bewertet als etwa Deutsche Bank, Deutsche Post und Lufthansa zusammen. Facebook hatte Anfang 2011 etwa 2.000 Mitarbeiter und weltweit mehr als 500 Millionen Nutzer. Bankenkreisen zufolge lag der Umsatz von Januar bis September 2010 bei 1,2 Milliarden Dollar, der Netto-Gewinn lag bei 355 Millionen Dollar.
Hallo? Das Unternehmen soll fast das Hundertfache seines Umsatzes wert sein? Continue reading „Facebook-Bubble“