Einfach anhören

Grafik: Gerd Altmann/pixelio.de
Grafik: Gerd Altmann/pixelio.de

Opel wird ohne Staatsknete saniert. Toyota muss Millionen Autos zurückrufen. Die Karstadt-Warenhäuser werden gerettet. Die Europäische Union spannt einen riesigen Rettungsschirm über klamme Euro-Länder. Es ist viel passiert in der Wirtschaft des Jahres 2010. Ein akustischer Rückblick statt einer Blogger-Bleiwüste. Übrigens vermutlich der erste und letzte Hörfunk-Beitrag, in dem ich singe. Wann und was – das müsst Ihr selbst rausfinden. Einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Die Goldene Ananas

Ich zitiere mal ausnahmsweise einen Wikipedia-Artikel: „Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) ist ein Wirtschaftsverein, dem die Rechtsfähigkeit staatlich verliehen worden ist (§ 22 BGB, § 1 Abs. 4 UrhWG). Die Verwertungsgesellschaft wurde 1958 auf Betreiben des damaligen Verbandes deutscher Schriftsteller (kurz VS; damals ein eingetragener Verein) gegründet, sie verwaltet die Tantiemen aus Zweitnutzungsrechten an Sprachwerken, auch von Funk und Fernsehen, in Deutschland. Berechtigte sind Autoren, Übersetzer und Verleger von schöngeistigen und dramatischen, journalistischen und wissenschaftlichen Texten, die der Urheber der VG Wort per Meldekarte oder per Onlineverfahren angezeigt hat.“ Was da so harmlos als „Tantiemen aus Zweitnutzungsrechten“ daherkommt, addiert sich (neben Pauschalabgaben für Fotokopierer u.ä.) auf rund 100 Millionen Euro pro Jahr, die nach Abzug der Verwaltungskosten regelmäßig um die Weihnachtszeit an die rund 350.000 angemeldeten Journalisten und Autoren verteilt werden (Zahlen geschätzt, 2005 waren es rund 325.000 Autoren und 91 Millionen Euro) – ein nettes Zubrot, das man gerade vor der Weihnachtszeit gut gebrauchen kann. Continue reading „Die Goldene Ananas“ →

Der Bock wird zum Gärtner

Zugegeben: Seltsam fand ich es schon, dass sich vor einigen Monaten Alice Schwarzer ausgerechnet die Bild-Zeitung für ihre Kachelmann- Berichterstattung ausgesucht hat. Wer so etwas vor 25 Jahren vorausgesagt hätte, dem wäre vermutlich ein Besuch beim Psychiater empfohlen worden. Nun gut, dachte ich mir, Tante Alice braucht vermutlich die Kohle für ihre Emma, und den Bild-Redakteuren ist es vermutlich egal, was sie auf Seite acht schreibt, solange sich die Hauptkundschaft lieber weiterhin die netten Tittenbildchen auf Seite eins anschaut. Continue reading „Der Bock wird zum Gärtner“ →

Die Dispo-Falle

Um 41,6 Milliarden Euro haben die Deutschen ihr Girokonto überzogen – und das nur in einem einzigen Monat, dem Mai 2010. Während die Banken für Guthaben nichts oder magere ein bis 1,5 Prozent bieten, langen sie bei den Überziehungszinsen und Dispokrediten im Schnitt mit elf, in der Spitze sogar mit über 14 Prozent hin. „Obszön“, bezeichnet Jenny Mansch in der Monatszeitung Publik der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di diese Zinsdifferenz. Besonders frech sind die ach so mittelstandsfreundlichen Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken: 21 ihrer Institute liegen über 14 Prozent. Continue reading „Die Dispo-Falle“ →

Sarrazin: Kalkulierter Krawall…

Meine Liebligsbloggerfreundin Marion hat sich in ihrem Chillout-Blog mit dem Äußerungen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin beschäftigt und viele, größtenteils kluge Kommentare darauf bekommen. Der Mann ist auf Krawall gebürstet – und man kann nur hoffen, dass er sich niemals zur Geldpolitik der EZB äußert. Diplomatie war noch nie seine Stärke. Das würde vermutlich einige Verwerfungen auf den Märkten geben.

Blick auf die Wirklichkeit

dump

Ende August haben die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Gewerkschaft Nahrung- Genuss- Gaststätten (NGG) einen Dumpinglohn-Melder im Internet eingerichtet. Nach vier Tagen gab es dort knapp 500 Erlebnisberichte, Mitte September knapp 1.200. Rund 6,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten laut ver.di in Jobs, die kaum zum Leben reichen. Ist es da ein Wunder, dass sich SPD und Gewerkschaften für einen Mindestlohn einsetzen? Angela Merkel und ihr ausgewählter Kinderprinz Guido Westerwelle sträuben sich, weil sie den Verlust von Arbeitsplätzen befürchten. Obwohl die Mehrheit der EU-Staaten einen Mindestlohn kennt – und dort keine Arbeitsplatzverluste beobachtet wurden. Hören Angela und Guido vielleicht zu sehr auf den Wurzelsepp des neoliberalen Turbokapitalismus, den Präsidenten des Münchener Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn? Der hält die Löhne in Deutschland, tapfer, tapfer, immer noch für zu hoch. Und wundert sich, dass seit 20 Jahren jeder Aufschwung in Deutschland an der ausbleibenden privaten Nachfrage scheitert…

CDU beobachtet Web 2.0

Die CDU will offenbar nichts dem Zufall überlassen. Am Mittwoch (16. 9.) hat sie die Business Intelligence Group GmbH (B.I.G.) beauftragt, tagesaktuell die politische Stimmung im Web abzubilden. Mit einer Software namens B.I.G. Screen Cockpit soll das Web rund um die Uhr beobachtet werden. Die Firma zitiert in einer Pressemitteilung Stefan Hennewig, Leiter Internes Management der CDU: „Die Menschen verkünden ihre politischen Ansichten heute häufiger in Blogs, Foren und Communities als an Kneipenstammtischen. Angesichts der weiten Verbreitung des Internets erhalten wir mit dem B.I.G. Screen-Cockpit ein sehr interessantes Bild der politischen Stimmungslage in Deutschland.“ Das Webmonitoring helfe, „neu aufkommende Themen zu identifizieren und Veränderungen in den Online-Diskussionen zu erkennen“.

Die Steuer-Knute

Früher haben die Bauern gestöhnt, weil sie dem Kaiser oder König den Zehnten abliefern mussten. Mein Gott, was waren das für idyllische Zeiten! Heute währen wir froh, wenn mit zehn Prozent des Jahreseinkommens alle Steueren abgegolten wären. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass Politiker und Bürger in Sachen Steuern eine absolut verschiedene Denke haben? Politiker denken nur in absoluten Zahelen. „Wir haben die XY-Abgabe um einen Prozentpunkt gesenkt- das entlastet die Büger um 16 Milliarden Euro.“ Nix da. Der Bürger merkt es vermutlich noch nicht einmal, wenn der Netto-Auszahlungsbetrag auf seinem Lohnzettel um 1,43 Euro gestiegen ist. Die Politiker aber glauben, „wir haben auf 16 Milliarden Euro Einnahmen verzichtet, nun muss aber der Konsumrausch ausbrechen“. Und wundern sich, wenn nix passiert…