Charlotte hat mich auf ein nettes Spielzeug aufmerksam gemacht: den Wortwolken-Generator. Einfach einen eigenen Text eingeben und abwarten, was das java-basierte Progrämmchen von Jonathan Feinberg daraus macht. Die Wortwolken-Grafik kann man per Randomizer verändern und der ganzen Sache noch ein anderes Farbschema oder eine andere Schriftart verpassen. Erinnert mich irgendwie an ein anderes Spielzeug, das ich hier auch mal vorgestellt habe. Da vergleicht ein Programm eigene Texte mit denen berühmter Schriftsteller. So befindet man sich – allein durch statistische Vergleiche von Worthäufigkeiten – plötzlich in der Nähe mancher Titanen der Literatur, oder, wenn man Pech hat, in der Nähe von Autoren, die man gar nicht mag. Wie gesagt, alles nette Spielzeuge, mehr nicht.
Monat: Januar 2011
Der „Global Dependency Explorer“

Master-Studenten der Universität Amsterdam und der Utrecht Graduate School of Visual Art and Design haben in Sachen data driven journalism ein Mammutprojekt realisiert: Den global dependency explorer. Hier werden die Import- und Exportabhängigkeiten fast aller Länder dieser Erde aufgelistet, zudem kann man die Länder hinsichtlich vieler Kennzahlen vergleichen, z.B. Fläche, Bevölkerungszahl, Durchschnittsalter, Lebenserwartung, Alphabetisierungsrate, Lese- und Schreibverständnis, Arbeitslosenrate, Pro-Kopf-Einkommen etc. Man kann stundenlang mit der Maus über die Staaten fahren und bekommt immer neue Informationen. Einziger Nachteil: Im Internet Explorer oder mit Firefox funktioniert das Ganze nicht, man braucht einen Webkit Browser a la Safari oder Chrome.
Smalltalk beim Dentisten
Alle halbe Jahre fordert mich mein Zahnarzt auf, zum Routinecheck anzutreten. Dann macht er den Zahnstein weg und gut ist. Doch das letzte mal hat er mich beiseite genommen und gefragt, wie es denn mit der Wirtschaft weitergeht, weil er weiß, dass ich in der Wirtschaftsredaktion der Deutschen Welle arbeite. Ich wollte den Mann beruhigen: Wenn es in den USA nicht zu einer Doppelrezession kommt und die Rohstoffpreise nicht explodieren, geht der Aufschwung in moderatem Tempo weiter, sagte ich. Vor allem würde ich mir keine Sorgen um die Inflation machen, denn die Europäische Zentralbank habe ein gut gefülltes Munitionslager, schließlich lägen die Leitzinsen derzeit bei einem Prozent, da sei genug Luft nach oben. Das hat ihn offenbar beruhigt. Er gestand mir, dass ihn einige Anlageberater dringend vor der bevorstehenden Inflation gewarnt hätten – mit entsprechenden Anlageempfehlungen natürlich. Zahnärzte sind bei Anlageberatern offenbar sehr beliebt. Wie gesagt, mein Zahnarzt mit dem vielsagenden Namen Spangenberg wirkte beruhigt, obwohl ich nicht den Eindruck hatte, dass er den Zusammenhang zwischen Leitzinsen und Inflation begriffen hat. Continue reading „Smalltalk beim Dentisten“
Was ist eigentlich Geld?
Ich zitiere mal ein paar Gedanken des belgischen Finanzexperten Bernard Lietaer über Geld:
“Geld ist nichts anderes als die Vereinbarung einer Gemeinschaft, etwas als Tauschmittel zu verwenden. Das können Muscheln sein, Kamele, Weizen, aber auch Eisenbarren, Mühlsteine oder Goldmünzen. Oder eben Banknoten aus Papier. Im Nachkriegsdeutschland schufen die Menschen spontan eine Zigarettenwährung. Entscheidend dafür, ob etwas Geld ist, ist allein die Tatsache, dass Sie und ich und der Rest der Gemeinschaft uns darüber einig sind, etwas als Geld zu definieren. Und schon ist es Geld! Natürlich haben dabei immer auch praktische Erwägungen eine Rolle gespielt: Der Siegeszug des Goldes seit der Antike liegt in seiner physischen Beschaffenheit und seiner leichten Transportierbarkeit. Weizen kann von Ratten gefressen werden oder keimen. Gold ist beständiger.

In den vergangenen 30 Jahren hat es Währungskrisen in 87 Ländern gegeben. Die Krisen in Mexiko 1995, in Asien 1997, in Russland 1998 oder in Ecuador 1999 sind nur die Spitze des Eisberges. Continue reading „Was ist eigentlich Geld?“
Visuelle Erkenntnisse
> Das Internet ermöglicht ganz neue Formen der Berichterstattung, die sich z.B. in Printmedien kaum, im TV nur sehr aufwendig realisieren lassen: Fachleute sprechen vom datengetriebenen Jorurnalismus. Dabei werden komplexe statistische Zusammenhänge in Flash, HTML5, SVG und Processing visualisiert. Hier ist ein Beispiel von Gregor Aisch über Spenden von Privatleuten und Unternehmen an politische Parteien. Was auf den ersten Blick wie ein unentwirrbares Wollknäuel daherkommt, entpuppt sich beim Darüberfahren mit der Maus als klar gegliederte Geschichte. So erfährt man zum Beispiel, dass die CDU die größten Spenden von ihrer Schwesterpartei CSU bekommen hat, nämlich genau 2.334.526.- Euro. Näheres über datengetriebenen Journalismus erfährt man auch hier oder hier.
Der Blick in die Glaskugel
Am Anfang eines neuen Jahres schlägt die Stunde der Prognosen. Die fallen diesmal für Deutschland vorsichtig bis betont optimistisch aus. Aber was sagt der Mann, der 2010 die genaueste Vorhersage abgeliefert hat? Wer zu faul zum Lesen ist, kann das Ganze auch hören.
Noch ein Rückblick
Diesmal in Form eines Comics.
