O jeh, jetzt hat die Weltstadt Sankt Augustin ihren Wahl-Skandal! In jener Gemeinde, die in den 70er Jahren aus den Käffern zwischen Bonn und Siegburg zu einer künstlichen Stadt vereint wurden, ohne ein Zentrum zu haben – es sei denn, man sieht einen Supermarkt, ein Rathaus, ein Finanzamt, eine Kinderklinik und die Konrad-Adenauer-Stiftung als ein Zentrum an – in jener Gemeinde also hat sich schier Unglaubliches abgespielt.

Dort hat, ich glaube es war Anfang des 14. Jahrhunderts, ein Mensch namens Klaus Schumacher von einer Christlich- Demokratischen Union ein Königtum geerbt, das sich Bürgermeisteramt nennt. Dort fühlt er sich seit Jahren so wohl wie Prinz Valium im Königreich Insomnia, das bekanntlich seit Generationen von Königin Angela I. beherrscht wird. Und nun kommen Plakate auf die Straße, die alle seine Sünden aufzählen! Nein, das geht doch nicht! Er berät sich kurz mit seinem CDU-Hofmarschall namens Marcus Lübken und beschließt, die Plakate entfernen zu lassen. Begründung: Die Plakate seien 1.) keiner Partei zuzuordnen und 2.) gefährdeten sie die „Leichtigkeit und Sicherheit“ des Straßenverkehrs. Uff. Man wolle „den Bürger schützen“, legt Hofmarschall Lübken nach. Ja meine Güte, vor wem denn? Schumacher und Lübken setzten „sich dem Verdacht aus, die CDU zu meinen“, mutmaßt der Reporter des Bonner General-Anzeigers. Und: Sie „wussten genau, wem das Plakat zuzuordnen ist. Und die Bürger wissen es auch.“ Sein Kommentar hat übrigens die Überschrift: „Kleinkarierte Gutsherren“.
Anschließend gebratene Jacobsmuscheln und Filet vom Loup de mer auf Sauce Cafe de Paris mit Tomaten-Tagliatelle für elf Euro (Bild links), dazu einen Riesling vom Weingut Nelles. Und zum Schluss einen Teller mit Rohmilchkäsen vom Affineur Waltmann für zehn Euro, zusammen mit einem Spätburgunder vom Weingut Meyer-Näckel aus Dernau.
Das gab’s beim Stand des Restaurants Steinheuers aus Heppingen – Stefan Steinheuer soll laut Gault Millau „einer der weltbesten Köche“ sein. Da ist es fast schon frevelhaft, nichts von ihm probiert zu haben – aber irgendwann muss halt mal Schluss sein. Obwohl die Veranstaltung fast Volksfestcharakter hat, geht es sehr stilvoll zu, die Bierbänke bzw. -tische sind mit weißen Decken versehen, es gibt richtige Messer und Gabeln und Porzellangeschirr, getrunken wird aus richtigen Weingläsern – kein Plastik weit und breit. Wer wissen will, was es sonst noch gab, sollte mal bei
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Wow. Was für ein Wahlplakat. Lieber Marc, warst du knülle, als du deiner Provinzwerbe- agentur erlaubt hast, dieses Foto zu drucken? Das ist dermaßen mit Botschaften über- frachtet, dass es schon wieder unfreiwillig komisch wirkt. Botschaft 1: Seht her, ich tue was für die Rentner. Die Oma betet dich von unten an – hat sie sich hingekniet oder bist du auf eine Kiste gestiegen? Botschaft 2: Ich bin ausländerfreundlich, ich drücke sogar einem Neger die Hand. Dumm nur, dass du dem schwarzen Mann nicht in die Augen schaust, sondern lieber auf deinen potentiellen Wähler: Na, wie bin ich? Botschaft 3: Seht her, ich trage Kinder auf dem Arm, also bin ich kinder- und familienfreundlich. Botschaft 4: Das Kind hat einen Laptop unterm Arm und hält dir ein Handy ans Ohr, seht her, ich bin mit allen modernen Kommunikationsmitteln vertraut. Dumm nur, dass sich das Kind nicht die Bohne für dich, den Bürgermeisterkandidaten der Weltstadt Sankt Augustin, interessiert, sondern nur für den Hampelmann hinter der Kamera. Fazit: Gut gemeint, daher „noch mangelhaft, fünf minus“, setzen.
Vor einiger Zeit habe ich berichtet, dass die