Prost Frank!

Mit Bedauern muss ich heute lesen, was morgen, wenn überhaupt, im Wirtschaftsteil der einen oder anderen Tageszeitung zu lesen sein wird: „Silicon Graphics (SGI), Hersteller von Grafik-Workstations, ist das zweite Mal in den letzten drei Jahren zahlungsunfähig. SGI will nun für 25 Millionen US-Dollar Unternehmenswerte an Rackable Systems verkaufen, gab das Unternehmen bekannt. In einer Auktion werde noch nach einem höheren Gebot gesucht.“

„SGI konnte 2008 sein 25-jähriges Bestehen feiern und wurde bekannt für die Spezialeffekte in Filmen wie „Jurassic Park“. Die Studios DreamWorks Animation und Walt Disney zählen zu den Kunden SGIs. Das Unternehmen hat Gläubigerschutz nach Chapter 11 (US-Insolvenzrecht) bei einem Gericht in Manhattan beantragt. Darin listet die Firma Unternehmenswerte von 390 Millionen US-Dollar gegen Verbindlichkeiten in Höhe von 526 Millionen US-Dollar auf. Im Mai 2006 war SGI bereits einmal zahlungsunfähig.“

Traurige Geschichte. Silicon Graphics hat tolle Maschinen gebaut. Für 50.000 Dollar bekam man Anfang der 90er Jahre High-End-Rechner, an denen zum Beispiel der Autohersteller BMW seine Modelle designen konnte – für vergleichsweise wenig Geld. Das Geheimnis von SGI waren wohl die so genannten RISC-Prozessoren (Reduced Instruction Set), die zwar einen eingeschränkten Befehlssatz hatten, dafür aber rasend schnell waren. Zu Blütezeiten hatte deshalb SGI seinen Prozessorhersteller „Mips“ einfach aufgekauft.

1994, als bei uns in Deutschland kaum einer das Wort Internet buchstabieren konnte, hatte mein Klassenkamerad Frank für SGI ein Intranet entwickelt – basierend auf 600 Servern, die alle 13.000 Mitarbeiter von SGI weltweit zeitgleich mit allen Informationen versorgten. Firmen wie Boeing oder Banc of America hätten damals eine Menge dafür bezahlt, sich von SGI ebenfalls ein Intranet entwickeln zu lassen.

Zudem hätte man schon damals abgespeckte SGI-Maschinen als Internet-Server verkaufen können. Ein Milliardenmarkt, den sich heute Hersteller wie Sun und IBM teilen, den aber SGI komplett verschlafen hat. Frank hat das sinkende Schiff rechtzeitig verlassen und thront nun oberhalb des Silicon Valleys in den Los Altos Hills, als Nachbar von Oracle-Gründer Lawrence Joseph „Larry“ Ellison, der im Nachbarort Woodside residiert.

Prost Frank! Deine Weine, die Du aus Europa für amerikanische Kehlen importierst, schmecken hervorragend. Und Danke an Deine fact finding division.

Danke an Akismet

Kein Mensch interessiert sich für meinen Blog. Keiner? Nicht ganz. Die Spammer sind ganz wild darauf. Sie jibbern ganz extatisch wie die Fliegen, wenn sie einen neuen Scheißhaufen entdeckt haben – und schicken automatisierte Kommentare, die mitnichten meine Geistesblitze kommentieren, sondern für Poker- und Pornoseiten Reklame machen. Gut, dass ich rechtzeitig das Word-Press Plugin Akismet installiert habe. Das hat sich heute mit einer neuen Mitteilung gemeldet: „Akismet hat 1,531 mal Spam abgefangen, seit es installiert wurde.“ Mann, ich wäre schon mit einem Zehntel an ernst gemeinten Kommentaren zufrieden… Wobei ich mich jetzt doch frage, woher der Name Akismet eigentlich kommt. A-Kismet? Das klingt nach „nimmer verdient, Schicksal zu heißen, bloß weil er geschehen, der Blödsinn“. Weiß jemand, von wem das ist? Auflösung im nächsten Heft…

Zwieback für den Tiger

Die chinesische Journalistin Zhang Danhong ist seit dem 1. März Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Deutschen Welle. Sie fühlt sich sehr wohl bei uns und wir freuen uns über diese personelle Verstärkung. Allerdings war die Entscheidung, sie als stellvertretende Leiterin der China-Redaktion abzusetzen, „voreilig und nicht gerechtfertigt. Die Entscheidung war falsch.“ Das findet zumindest der Journalist Ulrich Wickert, der von DW-Intendant Erik Bettermann beauftragt worden war, den Vorwürfen nachzugehen, Danhong arbeite in der Deutschen Welle als Fünfte Kolonne der KP Chinas. Wickert: „Was ein Deutscher sagt, darf eine Chinesin noch lange nicht sagen.“ Wohl wahr. Danhongs Zitate hätten auch von Frank-Walter Steinmeier stammen können. Dann hätte sich kein Mensch darüber aufgeregt. Was Wickert sonst noch herausgefunden hat, steht hier.

Terrorismus op Kölsch

Meine Bloggerfreundin Marion hat ihre eigene Sichtweise auf den tragischen Zusammensturz des Kölner Stadtarchivs. Köstlich. Dabei fällt mir ein: Wäre das vor zwei Jahrzehnten in Bonn passiert, hätten wir ein Problem weniger. Wenn ein Reisender aus dem Hauptausgang des Bonner Hauptbahnhofs tritt (sehr putzig, denn Bonn hat nur einen Bahnhof), dann blickt er nicht etwa auf ein halbwegs ansehnliches Stadtpanorama, sondern auf einen Betonbau in rund 7,5 Meter Entfernung. Eine Sünde aus den 70er Jahren, die man heute nur mit immensen Kosten weg kriegt. Man stelle sich vor, die U-Bahn wäre nur acht Meter weiter links gebaut worden (was nahe liegt, denn sie macht kurz danach ohnehin eine Linkskurve zur Station Universität/Markt), dann wäre vielleicht dieser elende Betonbau in sich zusammengesunken!

Erkenntnisse der Hirnforschung führen zum Paradigmenwechsel im Marketing

Was ist zu sehen, wenn man einen Apple-Fan in einen Kernspin-Tomographen legt und ihm das Bild eines iPhones zeigt? Er schaltet seinen Verstand ab! Weniger provokativ und um so verständlicher erläutert Dr. Christian Scheier solche und ähnlich verblüffende Erkenntnisse der Hirnforschung. Doch auch wer sich allzu schnell bestätigt fühlt und schon immer wußte, dass Marken emotional statt rational wirken, wird eines Besseren belehrt. So scheint mir der Video-Vortrag des Buchautoren („Was Marken erfolgreich macht. Neuropsychologie in der Markenführung“, 2007)  und Inhabers der Decode Marketingberatung, Hamburg durchaus eine etwas andere Sicht auf das unbekannte Wesen namens Konsument zu eröffnen. Zum Video