Wie wär’s mit einem Paradigmenwechsel? Die Welt ist zu schön und zu wertvoll, um sie der Deutungshoheit eines Hans-Olaf Henkel, Josef Ackermann oder Hans-Werner Sinn zu überlassen. Continue reading „Wünsche für 2009“
Monat: Dezember 2008
Ein verrücktes Jahr
Hätte sich jemand am Anfang des Jahres 2008 träumen lassen, dass ihm mal Begriffe wie Kreditklemme, Rettungsschirm oder gar Finanzmarktstabilisierungsfonds von den Lippen kommen? Hier ein Rückblick auf die Wirtschaft des Jahres 2008 und hier das Ganze als Audio. Guten Rutsch ins neue Jahr!
Deutsche Bank reibt sich an der Kirche
So so, da hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, der Berliner Zeitung ein Interview gegeben und Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hart angegangen. Was der Kirchenmann in der Berliner Zeitung da über Ackermann und seine früheren Renditevorgaben von 25 Prozent sagt, ist heftig. Das sei „eher eine Form des Götzendienstes“, so Huber, das erinnere ihn „mehr an den Tanz um das Goldene Kalb“. Es sei unübersehbar, dass „Geld zum Gott“ geworden sei. Continue reading „Deutsche Bank reibt sich an der Kirche“
Ich war in einem Terrorcamp
Manchmal ist es schwer, zu entscheiden, welche Spezies von Mensch den größeren Irrsinn produziert – Politiker oder Juristen. Nun haben sich Bundesinnenparanoiker Wolfgang Schäuble und Justizministerin Brigitte Zypries auf einen neuen Paragrafen 89a des Strafgesetzbuches geeinigt. Danach wird die aktive oder passive Ausbildung in einem Terrorcamp dann mit Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren geahndet, wenn es dabei um die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ging.
Fängt die Krise jetzt erst an?
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Henrik! Schon schlimm, dass wir beide einen Tag vor Deiner Feier genötigt wurden, ein Pro und ein Contra zu schreiben zu der Frage: Fängt die Krise jetzt erst an? Bedingung war: Keiner hat mehr als zwei Minuten Zeit, seine Hörer zu überzeugen. Henrik schreibt:
„Das Schlimmste kommt erst noch. Schon allein deshalb, weil in Deutschland derzeit auch ein Wettbewerb läuft nach dem Motto: Wer will nochmal und hat noch nicht? Bei der Vorhersage der künftigen Konjunkturentwicklung übertreffen sich die sogenannten Experten in Schwarzmalerei. Wer das schlimmste Szenario aufzeigt, dem sind die Schlagzeilen sicher. Am besten immer mit dem Zusatz: Seit dem Zweiten Weltkrieg.
Wenn man sich unter den wirklichen Experten umhört, also den Unternehmern, die sich jeden Tag Gedanken machen müssen um die Zukunft ihrer Firma, dann hört man die ehrlichen Antworten. Wir wissen nicht, was da noch kommt. Oder: Nein, das habe ich so noch nicht erlebt. Das zeigt mir dann: Wir gehen wirklich schweren Zeiten entgegen. Wir zahlen jetzt den Preis für eine Wirtschaftsstruktur, die zu stark auf den Export und zu wenig auf Dienstleistungen und Konsum setzt. Wer jahrelang Exportweltmeister ist, wessen Wohlstand zum überwiegenden Teil darauf basiert, der muss umso mehr leiden, wenn niemand mehr die Produkte „made in germany“ kaufen will.
Wir zahlen jetzt den Preis für so manchen zu hohen Lohnabschluss der letzten Jahre. Schon als die Zeiten noch besser waren, sagten die Unternehmer: Das können wir uns eigentlich nicht leisten. Jetzt aber kommt es zum Schwur. Mal sehen, was die Gewerkschaften sagen, wenn die erste Entlassungswelle anrollt.
Es gibt Leute, die sehen Licht am Ende des Tunnels. Ich sage: Dieses Licht, das sind die Lampen eines entgegen kommenden Zuges. Und da wünsche ich mir dann, wir wären Amerikaner und hätten auch so einen Obama. Die Amerikaner sagen: Da müssen wir was machen. Die Deutschen sagen: Da müssen wir jetzt durch. Deswegen fängt die Krise jetzt erst richtig an.“
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Süßes Gift
Stell Dir vor, die OPEC kürzt die Förderung, und der Ölpreis sinkt trotzdem weiter. Eine gute Nachricht für Autofahrer, Fluggesellschaften, die Industrie, die Haushalte, die im Winter ihre Heizöltanks befüllen müssen, kurz: für die gesamte Wirtschaft. Eine gute Nachricht – oder doch nicht?
Pulver verschossen
Die Fed senkt die Leitzinsen auf eine Spanne zwischen Null und 0,25 Prozent – und die Wall Street hat diese historische Entscheidung zunächst mit einem Kursfeuerwerk honoriert. Doch diese Euphorie könnte schnell einer Ernüchterung, wenn nicht sogar einem erneuten Absturz weichen. Dann nämlich, wenn den amerikanischen Anleger klar wird, weshalb die Fed ihre bisherige Zinspolitik und alle Hemmungen über Bord geworfen hat.
Weltschmerz
Ich überlege ernsthaft, ob ich nicht die Kategorie „Web 2.0“ ganz abschaffen sollte. Na gut, das Netzwerk „Xing“ für das berufliche Weiterkommen meldet enorme Zuwachsraten, aber ansonsten spielt sich bei den so genannten Social Networks aus meiner Sicht nicht viel ab. Was habe ich davon, wenn die Tochter meines älteren Halbbruders mich bei „Wer kennt wen?“ entdeckt? Wir sitzen sowieso am 3. Advent zusammen und trinken Glühwein und essen Waffeln mit heißen Kirschen – wozu brauchen wir das Web 2.0?
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